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Christoph Spielberg
Hundertundeine Nacht

Piper
2003
219 Seiten
€ 8,90 [D]


Von Volker Frick am 12.08.2004

  Ein neuer Spielberg, könnte man kalauern, und der Titel „Hundertundeine Nacht“ lässt märchenhaftes erwarten. Dies trifft zu, wenn man ‚märchenhaft’ als gut gelungen versteht. Für sein Debüt „Die russische Spende“ im Jahre 2001 erhielt Christoph Spielberg den Friedrich Glauser-Preis. Jahrgang 1947, ist Spielberg mittlerweile freiberuflich tätig, nachdem er früher u. a. als ‚Oberarzt in einem Berliner Klinikum’ gearbeitet hat.
  Der Erzähler Dr. Hoffmann erwartet nach hundertundeiner Nacht seine Freundin Celine zurück. Die aber kommt in einem Sarg zurück aus Bagdad, wo sie sich angeblich selbst in die Luft gesprengt hat. Stimmt aber nicht. Denn plötzlich sind da der deutsche Verfassungsschutz, die CIA, kurdische Exilorganisationen in Deutschland, irakische Geheimdienstler. Dr. Hoffmann wird schnell klar, das Celine unwissentlich, als humanitäre Hilfe deklariert, alles andere als eine Wasseraufbereitungsanlage in den Nordirak über den Landweg begleitet hat. Der CIA scheint andererseits sehr daran gelegen technisches Material in den Irak zu transportieren, welches dann als Begründung für den völkerrechtswidrigen Angriff der USA auf dieses Land gelten könnte.
  Während einer Woche Urlaub taucht Dr. Hoffmann unter, stellt eigene Nachforschungen an, und erhält eine mittels Steganografie verschlüsselte Email. Lebt seine Freundin Celine doch noch?
  Erfreulich an und in diesem Buch sind die Hinweise, die in die Realität einbrechen. „Ist unsere Klinik überhaupt, und wenn ja, ausreichend gegen Anschläge gesichert? Könnten Patienten als Geiseln genommen werden? Wie leicht können gefährliche chemische oder infektiöse Materialien aus unserem Labor entwendet werden?“ Ironische Einblicke in den Klinikalltag und kräftige Seitenhiebe auf die Bürokratisierung der Gesellschaft schlechthin zeichnen diesen „medical thriller“ aus.

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