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Dave Barry
Jede Menge Ärger
(Big Trouble, 1999)

BLT
2002
Übersetzt von Edith Beleites
302 Seiten
€ 8,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 12.07.2004

  Um was geht es in „Jede Menge Ärger“? Kurz gesagt, um ein abenteuerliches Zusammentreffen verrückter Ereignisse.
  Da ist einmal der Kotzbrocken Arthur, der seine schöne Frau schlägt, in seiner Firma Geld unterschlagen hat und dem deshalb ohne sein Wissen zwei Killer im Nacken sitzen. Seine Stieftochter Jenny macht bei einem sogenannten Mörderspiel auf ihrer Schule mit, bei dem ein „Mörder“ vor einem Zeugen sein ausgelostes Opfer mit einer Wasserspritzpistole „erschießen“ muss. Jenny ist das ausgeloste Opfer von Matt, der sie in ihrem Haus überraschen will. Zur gleichen Zeit wollen die beiden Auftragskiller dort ihren Auftrag erfüllen, was sich angesichts des mit Matts Anschlag ausbrechenden Chaos als unmöglich erweist. Die beiden Killer suche das Weite und Matt wird von Jennys Mutter kräftig verprügelt, weil sie ihn für einen Kriminellen hält und ihre Tochter für von ihm bedroht glaubt.
  Dann sind da noch zwei Russen, die eine Bar betreiben, die aber nicht vom Verkauf von Getränken leben. Diese beiden Russen sind in den Besitz eines Koffers gelangt, den sie nur zu gerne wieder loswerden würden. Arthur, der gemerkt hat, dass er auf der Abschussliste steht, will sich rächen und kauf den Koffer. Er glaubt, eine Bombe gekauft zu haben, weiß aber nichts vom viel brisanteren Inhalt des Koffers. Aber lang bleibt er nicht in seinem Besitz, zwei Penner haben sich entschlossen kriminelle Karriere zu machen und überfallen die Bar der beiden Russen während Arthur seine Bombe kauft. Sie glauben, Arthur sei ein reicher Drogendealer und entführen ihn und den Koffer, um bei ihm zu Hause weiter abzusahnen.
  Zwei FBI-Agenten kennen den Inhalt des Koffers und sind ihm auf der Spur. Von den beiden Russen erfahren sie durch geschickte Überredungskünste den neuen Besitzer und heften sich auf seine Spur.
 
  Das sind nur einige, der beteiligten Personen, deren Lebenswege in diesem aberwitzigen Roman miteinander verwickelt sind und schließlich auf einem Punkt zusammenlaufen. Als Vorbild zu diesem, seinem ersten Roman dienen Dave Barry die laut seinen Aussagen tatsächlich so absurden Zustände in Südflorida. Er bezeichnet es als den verrücktesten Bundesstaat der USA mit einer geradezu aberwitzigen Kriminalitäts- und Korruptionsrate, die oft auch im tatsächlichen Leben die unglaublichsten Ereignisse hervorbringt. Einige dieser wahren Geschichten kann man in seinen zahlreichen Büchern mit satirischen Kommentaren des öffentlichen und privaten Lebens in den USA nachlesen, z. B. im letzten Teil von „Die Achse des Blöden“.
  Seine beiden Romane, der aktuelle „Tricky Business“ ist „Jede Menge Ärger“ insgesamt in Art und Stil recht ähnlich, sind deutlich gelungner, als seine „Sachbücher“, zumindest für europäische Leser. In den Romanen kann er sein offensichtliches Talent für die Beschreibung von mehr oder weniger originellen Charakteren voll zur Geltung bringen und nutz es auch ausgiebig. Die Handlung wird aus einer oft wechselnden Sicht relativ vieler Protagonisten erzählt, deren Hintergrund er meist auch mehr oder weniger ausführlich beschreibt. Das geht so weit, dass eigentlich keine richtige Hauptfigur erkennbar ist. Was aber keineswegs stört sondern die Darstellung der sich überstürzenden Ereignisse stilistisch noch unterstützt.

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