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Paul Doherty
Die Rache des Horus
(The Horus Killings, 1999)

Heyne
2000
Übersetzt von Nina Bader
352 Seiten
€ 7,95 [D]


Von Alfred Ohswald am 05.07.2004

  Der Richter Amerotke ist mit zwei kniffligen Fällen befasst, einem vermeintlichen Doppelmord, in dem sowohl die beiden Opfer als auch der Verdächtige aus mächtigen Familien stammen und eine Frau, deren in der Schlacht gefallener Mann zurückgekehrt ist und die inzwischen frisch verheiratete Frau wieder zurückhaben will. Dazu bedroht ihn noch eine angeblich bereits verschwundene Mördersekte (siehe „Die Maske des Ra“).
  Die junge Hatschepsut hat den ägyptischen Thron noch nicht lange erobert und es gibt, vor allem unter den Priestern, noch viele Widerstände gegen eine Frau als Pharao. Hatschepsut beruft die Priester zu einer Beratung in den Horus-Tempel ein, bei der sie zu einer öffentlichen Stellungnahme gegenüber ihrer Herrschaft kommen sollen. Dort kommt es zu zwei rätselhaften Morden an hoch angesehenen Gelehrten. Hatschepsut beauftragt Amerotke mit der Aufklärung dieser Morde aber kaum hat er angefangen, geschieht bereits ein Anschlag auf sein Leben und ein weiterer Mord. Der Täter geht offensichtlich äußerst skrupellos und gerissen vor und scheint mit allen Mitteln Hatschepsuts Thronanspruch diskreditieren zu wollen. Die beiden ersten Mordopfer hatten anscheinend etwas über die Geschichte Ägyptens herausgefunden, das Hatschepsuts Anspruch unterstützen würde.
 
  Dohertys zweiter Roman um den Richter Amerotke spielt nicht lange nach „Die Maske des Ra“ ebenfalls um 1779-1478 v. Chr. während der berühmten 18. Dynastie.
  Ingesamt ist der Hintergrund halbwegs stimmig und gut recherchiert. Wobei man beachten muss, dass Doherty in Bezug auf die Ursprünge Ägyptens den Wissensstand dieser Zeit wiedergibt und nicht den heutigen Kenntnisstand. Pharao Menes gilt heute als mystische Gestalt, in der Zeit der 18. Dynastie aber galt als der Gründer Ägyptens.
  Der Krimi, eigentlich das zentralere Element, ist recht gut konstruiert und die Spannung wird geschickt bis zum Ende durchgehalten. Wobei es natürlich recht geschickt von Doherty ist, dass er neben dem Hauptfall noch zwei weitere Fälle eingebaut hat. Das gibt der Sache natürlich zusätzliche Spannung, weil die Leser dazwischen immer wieder auch über die Aufklärung dieser Fälle erfahren und damit die Gefahr von möglicherweise aufkommender Langeweile zusätzlich unterbunden wird. Hier kann man es als Bonus betrachten, den auch der Hautfall allein wäre ausreichend spannend und interessant gewesen.
  Es kommt ein recht bunter Haufen Protagonisten vor, besonders der Diener Amerotkes, ein umtriebiger Zwerg, fällt hier auf. Aber besonders tiefschürfend sind sie nicht beschrieben, die Krimihandlung und die historische Hintergrund spielen die Hauptrollen.

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