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Hel Fried
Tinnitus

Eldur
2004
238 Seiten
€ 8,95 [D]


Von Alfred Ohswald am 29.06.2004

  Der letzte Krieg hat die Zivilisation vernichtet, die Überlebenden kämpfen in Dörfern und als Nomaden ums Überleben. Es tauchen Telepathen u.ä. auf, die von den Menschen als Dämonen betrachtet und gnadenlos gejagt werden. Alle diese Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten werden von einem geheimnisvollen Signal angezogen aber fast keiner von ihnen erreicht den Ursprungsort, speziell ausgebildete Dämonenjäger bringen sie vorher zur Strecke.
  In einer Biosphäre, die später als Generationenraumschiff geplant war, haben etwa 100.000 Menschen hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen die Katastrophe überlebt. Überraschenderweise kommt es auch bei ihnen zur Geburt von Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Anfängliche Begeisterung unter den Wissenschaftlern macht bald einer rigiden Ablehnung Platz und so ist eines Tages nur mehr der Telepath Kramsky übrig, der schließlich beschließt, die Biosphäre zu verlassen.
  Draußen bemerkt auch er das eigenartige Signal und folgt ihm. Tatsächlich kann er allen Jägern entkommen und das Tal erreichen, woher das Signal kommt. Sobald er es aber betritt, verstummt das Signal eigenartigerweise. Bei seiner Suche nach dem Ursprungsort des Signals trifft er auf einen geheimnisvollen Mann und ein telepathisches Mädchen mit einem seltsamen Mitbewohner und bekommt eine sehr seltsame Geschichte zu hören.
 
  Der Roman beginnt als recht normale Geschichte aus einer Welt nach dem großen Atomkrieg. Solche Bücher sind ja nicht unbedingt selten im Science-Fiction-Genre. Erst langsam erfahren die Leser ein Detail nach dem Anderen der sich zu immer mehr Komplexität steigernden Geschichte. Trotz nicht weniger, übrigens recht ansprechende beschriebenen Figuren, die wichtige Rollen spielen, bleibt die Geschichte weitgehend angenehm geradlinig. Der Autor lässt ihre, jeweils aus ihrer Sicht beschriebenen Ereignisse sehr gekonnt ineinandergreifen und aufeinander aufbauen.
  Zwei Namen (Klapautius & Trurl) weisen unmissverständlich auf Stanislaw Lem als eines der Vorbilder des Autors hin. Stilistisch lehnt er sich allerdings nicht besonders deutlich an Lem an, hier ist er durchaus unabhängig und eigenständig.
  Hel Fried kann sich mit diesem Erstling durchaus zu der Oberliga der deutschsprachigen Science-Fiction-Autoren zählen. „Tinnitus“ leidet an keinen augenfälligen Schwächen und zeichnet sich vor allem durch eine gut durchdache und erzählte Handlung aus.

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