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Brigitt Albrecht
Schwarz Weiß Schwarz
Jeschek und Jones

Argument Verlag
2004
256 Seiten
€ 9,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 29.05.2004

  Eine junge, gut aussehende Schwarze, Mitarbeiterin einer kleinen afrikanischen Botschaft, wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Da viele illegale Schwarze in Wien ihr Geld mit Drogenverkauf verdienen, fällt der Verdacht auch von Kriminalpolizist Jeschek zum Teil auf diese Szene, obwohl er sich dabei von Vorurteilen freizuhalten versucht. Seine Freundin Martha Jones, eine gebürtige Engländerin hat ihm schon bei einem früheren Fall unterstützt und hat von einem Buchhändler erzählt bekommen, dass er einen Mitarbeiter dieser Botschaft in Verdacht hat, dass er Drogen verkauft.
  Diese Spur stellt sich als Missverständnis heraus und Jeschek muss weiter Indiz um Indiz zusammentragen, um mit dem Fall voranzukommen. Eine Spur führt in wieder in die Asylantenszene und ins Drogenhändlermilieu, doch nicht als Verdächtige, sondern als entscheidende Zeugen. Diese Personengruppe ist aber wegen ihrer täglichen Erfahrungen extrem misstrauisch und vorsichtig gegenüber der Polizei und darum ist dieser Zeuge sehr schwer ausfindig zu machen. Als Martha in findet und Jeschek erst davon erfährt, als er schon wieder abgehauen ist, gibt es eine Krise in ihrer Beziehung. Und dann bemerkt Martha noch, dass sie von Jeschek schwanger ist.
 
  Brigitt Albrecht beschäftigt sich in diesem zweiten Roman mit ihren beiden Helden Jeschek und Martha mit der Problematik von Schwarzen in Wien. Obwohl ihre Sympathien dabei unverkennbar erkennbar sind, versucht sie eine ausgewogene Darstellung und unterschlägt keineswegs die Tatsache, dass es in Wien tatsächlich ziemlich häufig Schwarze als Drogenhändler gibt.
  Sonst gleicht der zweite Teil dem Vorgänger in Art und Stil weitgehend. Wieder hebt die geschickte Beschreibung des oft von sprachlichen Missgeschicken bestimmten Umgangs eine Ausländerin mit dem Wiener Dialekt diesen Krimi aus der Menge hervor. Dieser spezielle Aspekt gibt ihm einen unverwechselbaren Charme, den vermutlich nur eine in Wien lebende Ausländerin auf diese Art beschreiben kann. Brigitt Albrecht lebte zwar eine Zeit in England, wie ihre Heldin, ist aber geborene Schweizerin und lebt erst seit 1996 in Wien. Aber offensichtlich reicht das für den genialen Blick auf die Fallstricke des Wienerischen. Ihr besonders Geschick besteht im punktgenauen Timing, nie übertreibt sie es mit diesen Wortspielen und vermeidet so jede Aufdringlichkeit.

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