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Viola Roggenkamp
Familienleben

Arche Verlag
2004
437 Seiten
€ 23,- [D]


Von Alfred Ohswald am 15.05.2004

  Die dreizehnjährige Fania, ihre vier Jahre ältere Schwester Vera, ihre jüdische Mutter, deren Mutter und ihr deutscher Vater leben Ende der 60er-Jahe in Hamburg. Ihre Eltern lernten sich in der Nazizeit kennen und litten beide unter den damaligen Repressalien. Ihr Vater ist ein ruhiger, zurückhaltender Mann und ihre Mutter eine dominante Persönlichkeit, die jedoch aufgrund ihrer Vergangenheit ihrer Umgebung sehr misstrauisch gegenübersteht. Ihre Töchter dürfen nicht allein auf die Straße und sie reagier recht aggressiv auf jeden, der nur irgendwie ein Nazi sein könnte. Da Israel sie nur ohne ihren Mann einwandern lassen würde, steht sie auch mit dem traditionellen Judentum auf Kriegsfuß.
  Unter dieser beengenden Mutter wachsen die beiden pubertierenden Mädchen auf. Die ältere Schwester versucht bereits auszubrechen, indem sie ein Verhältnis zu einem Mann sucht.
 
  Der Roman ist zugleich ein Familienroman, wie der Titel schon nahe legt, ein Entwicklungsroman der beiden heranwachsenden Mädchen und ein Buch über die Probleme eines Lebens von überlebenden Juden in Deutschland.
  Es ist ein angenehm ruhiges Buch, in dem die kleinen, eigentlich nicht wirklich aufregenden Alltäglichkeiten eine große Rolle spielen. Die wirklich dramatischen Dinge haben nur mehr als Vergangenheit ihre Wirkung. Aber das Buch ist deswegen keinesfalls langweilig, die Charaktere und ihre Entdeckung und Entwicklung sorgen für genug Spannung und Dramatik. Und dabei vermeidet es Viola Roggenkamp geschickt, bestimmte Aspekte und Gedanken ihrer Figuren zu sehr auszuwalzen.

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