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Egon Friedell
Kulturgeschichte Ägyptens und des alten Orients
(1936)

C. H. Beck Verlag
1998
491 Seiten
€ 24,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 06.05.2004

  In dieser Kulturgeschichte Friedells schreibt er über die vorgeschichtlichen Zeit, Ägypten, Mesopotamien, dem alten Israel, den Minoern, Troja usw. bis zur Zeit es antiken Griechenland, dem er dann ein eigenes Buch gewidmet hat. Die „Kulturgeschichte Ägyptens und des alten Orients“ ist das letzte seiner vor seinem Selbstmord erschienen Bücher.
  Es beschreibt diese frühgeschichtlichen Kulturen dezidiert vom Standpunkt eines Christen und zeigt eine beachtenswerte Menge an Wissen, aber auch eine starke, aus heutiger geschichtswissenschaftlicher Sicht absolut unhaltbare spirituell orientierte Betrachtungsweise. Ein typischer Fall von unreflektiertem Sammelsurium an Kenntnissen, ohne die geringste wissenschaftliche Überprüfung und Relevanz aus allen möglichen und unmöglichen Ecken zusammengesammelt. Seine Ausführungen zu Atlantis oder den heute, jedem aus der Esoterikecke bekannten Zahlenspielereinen zu den drei großen Pyramiden Ägyptens sprechen mehr die Däniken- und Berlitz-Fans an, als den an Geschichte interessierten Leser. Um die Jahrhundertwende bis zum 2. Weltkrieg waren derartige Ansichten ebenso verbreitet, wie heute und er ist hier ein Kind seiner Zeit. Nicht ganz so absurd wie die Anhänger der Hohlwelttheorie, des mythischen Germanentums usw., aber doch nicht unbeeinflusst von diesem Zeitgeist.
  Ein zentrales Thema ist bei ihm immer die Religion, die für ihn auch ein zentraler Sinn der Geschichtswissenschaft ist. Ein Buch also mehr für Leser, die sich für theologische und spirituelle Fragen interessieren. Heute wirkt Friedells tolerante Religiosität aber eher banal und natürlich haben auch die Historiker Fortschritte gemacht, die heute ein anderes Bild dieser Zeit ergeben. Aber auch für seine Zeit erreicht Friedell hier nicht annähernd den Stand der wissenschaftlichen Forschung.

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