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Jens Bjørneboe
Haie
Die letzte Reise der Bark „Neptun“

Merlin Verlag
2004
Übersetzt von Henning Boëtius
311 Seiten
€ 19,50 [D] sFr. 33,30


thalia.at
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Von Alfred Ohswald am 30.04.2004

  Die Fahrt der Bark „Neptun“, einem schönen, schnellen Schiff, steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Schon vor der Ausfahrt kommt es zu einer mörderischen Rauferei zwischen zwei Mannschaftsmitgliedern. Und die aggressive Stimmung bleibt und steigert sich zwischen der Mannschaft und den Offizieren schließlich bis zur Meuterei.
  Aber schon vorher kommt es immer wieder zu scheinbar sinnlosen Gewaltausbrüchen. Der zweite Steuermann Jensen, auch als Schiffsarzt tätig, versucht etwas dagegen zu steuern, bleibt aber erfolglos. Erst ein Sturm lässt die Mannschaft wieder gemeinsam an einem Strang ziehen, da ist es allerdings bereits zu spät…
 
  Bjørneboes letztes Buch ist ein klassischer Abenteuerroman. Er selbst war Anarchist und endete nach einer Zeit als Alkoholiker und Drogenabhängiger in der Gosse 1976 durch Selbstmord. Seine Einstellung macht sich noch durch seine Sympathie für die Verlierer und die unteren Sozialschichten bemerkbar. Allerdings ist er kein Sozialromantiker, der die Armen automatisch mit einer edlen Gesinnung ausstattet. Im Gegenteil, in „Haie“ gibt es, vom Erzähler Jensen abgesehen, nur wenige sympathische Figuren. Mörderischer Hass und Machtkämpfe herrschen auf dem Schiff. „Haie“ sind hier eher die auf dem Schiff zusammengezwungenen Menschen als die Raubfische. Eine bessere und viel härtere Version von „Der Seewolf“.

 

 

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