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George R. R. Martin / Lisa Tuttle
Sturm über Windhaven
(Windhaven, 1981)

Fantasy Productions
2003
Übersetzt von Angelika Fuchs
352 Seiten
€ 22,- [D]


Von Alfred Ohswald am 27.04.2004

  Windhaven ist eine großteils von einem Meer bedeckte Welt mit wenigen verstreuten Inseln. Ein gestrandetes Raumschiff konnte von der Besatzung nicht mehr repariert werden und so entstand eine menschliche Zivilisation, der die meiste Technik abhanden gekommen war. Die häufigen heftigen Stürme auf dem Meer erschweren die Seefahrt und so bauten die Menschen Gleitflügel aus dem Leichtmetall des Raumschiffes mit denen ausgewählte Flieger für die Nachrichtenverbindung zwischen den Inseln sorgen. Die Flügel werden immer an das jeweils älteste Kind weitergegeben, sobald es ein bestimmtes Alter erreicht hat. Die Flieger genießen einen besonderen Status, sie sind unparteiisch und bilden eine Art Elite.
  Die kleine Maris träumt auch vom Fliegen, doch sie stammt nur aus einer armen Fischerfamilie. Als sie der Kinderlose Flieger Russ adoptiert, wird ihr Traum vom Fliegen entgegen aller Erwartungen doch wahr. Dann bekommt Russ aber doch noch einen Sohn und Maris muss ihm die Flügel überlassen, obwohl er kein Flieger werden will. Maris stellt sich gegen die Tradition und kann ihren Standpunkt bei einer Versammlung der Flieger durchsetzen. Ab jetzt können auch „Erdgebundene“ in eine Fliegerakademie gehen und dann Flügel bei einem Wettkampf gegen einen geborenen Flieger erringen. Maris bekommt ihre Flügel, aber der Bruch mit den Traditionen hat bald weitere Folgen, mit denen Maris Zeit ihres Lebens zu kämpfen haben wird.
 
  Der Roman besteht aus drei zwischen 1975 und 1981 entstandenen Erzählungen, die mit einem Prolog und einem Epilog ergänzt, das Leben der begeisterten Fliegerin Maris erzählen. Martins Stärke, die Entwicklung seiner Figuren, macht sich auch hier schon deutlich bemerkbar. Auch einige Nebenfiguren sind interessante Charaktere, abseits vom häufigen Schwarz-Weiß-Schema.
  Der erste Teil ist noch eher durchschnittlich, die beiden weiteren Episoden sind schon origineller. Bei „Sturm über Windhaven“ hat Martin noch nicht die außergewöhnliche Qualität seines aktuellen Fantasy-Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ erreicht, aber er beherrscht auch hier schon sein Handwerk gemeinsam mit seiner Co-Autorin recht gut.

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