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Ernst Schmid
Kein Weg zurück
Rita Lohmeyers zweiter Fall

Resistenz
2004
276 Seiten
€ 15,- [A]


Von Rudolf Kraus am 30.03.2004

  Ernst Schmids zweiter Kriminalroman mit der Hauptfigur Kommissarin Rita Lohmeyer beginnt mit einem brutalen Mord an einem Obdachlosen in Linz. Kaum sind die Ermittlungen aufgenommen, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen: Ein zweiter Obdachloser wird ermordet aufgefunden, kurz darauf wird die Kommissarin von einer Motorradgang angegriffen und verletzt. Zudem wird am nächsten Tag die Leiche eines bekannten Journalisten gefunden, der regelrecht hingerichtet wurde. All das passiert während der jährlichen Parteiversammlung der „Nationalen Bewegung“. Auf einer friedlichen Gegendemonstration eskaliert noch dazu die Gewalt auf Seiten der Polizei, was zu Konsequenzen für die beteiligten Beamten (mit einem gewissen Naheverhältnis zur Nationalen Bewegung) und negativen Berichten in der Presse führt.
  Nachdem Rita Lohmeyers Freund entführt wird und dabei mit Glück überlebt, gerät sie dadurch noch mehr unter Druck und in Sorge. Sie entdeckt einen Zusammenhang zwischen den ermordeten Obdachlosen, dem Journalisten und der „Nationalen Bewegung“. In einem geradezu famosen Finale kommt es zur Klärung des Falles, der eine zusammenhängende Täterschaft entlarvt.
  Ernst Schmid arbeitet in diesem Roman mit Nebenhandlungen und Blenden.
  In einer Schiene erzählt ein Junge aus dem schrecklichen Alltag des Konzentrationslagers Drancy, wo er von seinem Vater getrennt wurde, und der Schreckensherrschaft eines Alois Brunner und seiner Helfer ausgesetzt war. Später in „Freiheit“ findet er nicht wieder ins „normale“ Leben zurück.
  Auf der anderen Seite steht ein mehr oder minder anonymer Briefwechsel, der eindeutig der „Nationalen Bewegung“ zugeordnet werden kann, wo ein führender Vertreter dieser Partei in Syrien Kontakt mit eben diesen Brunner und anderen Nazi-Kriegsverbrechern aufnimmt. Dazwischen liegt der packende und bis zum letzten Moment fesselnde Hauptstrang dieses Kriminalromans rund um die klar herausgearbeitete Hauptfigur Rita Lohmeyer.
  „Kein Weg zurück“ ist ein wirklich zeitgenössisches Buch mit gut recherchierten Details, die in eine spannende und zugleich anspruchsvolle, fiktive Handlung einfließen. Ernst Schmid wählt dabei eine nüchterne, fast schnörkellose Sprache, was für diese Handlung passend sein möchte, mir aber doch die poetische Sprache fehlt, die er sonst als Lyriker mit „links“ beherrscht.

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