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Angerer der Ältere
Ein verlorener Traum

Webseite des Autors
2003
€ 39,90 [D]


Von Konrad Sachse am 22.03.2004

  Das Angebot an phantastischer Literatur ist derzeit größer als je zuvor. Geschuldet ist dies auf der einen Seite sicher der Herr der Ringe-Verfilmung und des mit ihr aufgekommenen Interesses an sogenannter „Fantasy“-Literatur, zum anderen liegt es wohl an der Sehnsucht des Menschen nach einer Welt, in der das Gute und das Böse so wunderbar erkennbar sind und ersteres (fast) immer über das letztere siegt. Auch das tiefe innere Bedürfnis des Menschen, selbst aktiv im Kampf gegen Ungerechtigkeit zu werden, der ja bei den meisten unterdrückt ist oder wird, wird hier zumindest in Buchform erlebbar gemacht.
  Im Zuge dieser Entwicklung der letzten Jahre ist eine Unmenge an Büchern erschienen, die sich alle dem „Fantasy-Bereich“ zuordnen lassen. Daß sich dabei gern an bereits vorhandene Werke orientiert wird, ist nicht zu übersehen. Es ist auch nicht schlimm, es sei denn, es mangelt gänzlich an der eigenen Phantasie des Autors. Genau dies ist bei dem Märchenroman „Ein verlorener Traum“ – da moderne Märchen keine Märchen im herkömmlichen Sinn sind, können sie getrost dem Bereich der „Fantasy“-Literatur zugeordnet werden –von Angerer der Ältere nicht der Fall. Sicher sind hier und da Einflüsse von J.R.R. Tolkien oder Michael Ende spürbar – was auch nicht verwunderlich ist, denn er gestaltete das Bühnenbild für das Theaterstück „Der kleine Hobbit“, er war eng mit Michael Ende befreundet und war für die künstlerische Ausstattung der Verfilmung dessen „Unendlicher Geschichte“ (Teil 2) verantwortlich –, doch kann hier nur von einer Inspiration im positiven Sinne gesprochen werden. Denn eines ist nicht von der Hand zu weisen: es gibt nun einmal Elemente oder, wie heute gesagt wird, Klischees, denen sich Autoren immer bedienen dürfen und auch müssen. Angerer der Ältere greift die Liebe des Menschen zu seinen Nächsten, das Ringen der guten gegen die bösen Mächte sowie die Sehnsucht des Menschen nach einer Welt auf, die so anders ist als die in der er lebt – entstanden ist eine spannende Geschichte.
  Die Zwillinge Janus und Sunaj gelangen in eine Welt, die sich nur die Schwester in ihrer Phantasie vorstellen kann. Der Bruder hält ihre Tagträumereien für Unsinn und verschließt sich dem Zauber des Träumens mit dem Ergebnis, daß er die Welt nur rational begreifen kann. Bis zu jenem Tag, an dem seine Schwester entführt wird und er sie aus den Fängen unheimlicher Wesen befreien muß. Dabei stehen ihm nicht wenige Helfer – deren Existenz er vor seiner „Reise“ nicht für möglich hielt – zur Seite. Doch auch Janus tut einiges, um die aus den Fugen geratene Welt der Elfen und Zweistädter wieder zu richten.
  Eine Besonderheit des Buches sind die wunderschönen Bilder, die Angerer der Ältere im Laufe der letzten Jahre malte. Die Geschichte spinnt sich um die Bilder und Bilder ergänzen die Geschichte – es ist wie ein Geben und Nehmen der Bilder und der Geschichte.
  „Ein verlorener Traum“ ist vor allem deswegen nur zu empfehlen, weil der Autor es versteht, den Leser in eine Welt zu holen, aus der er auch etwas mitnehmen kann ... und sei es „nur“ die Erkenntnis, daß Träume nicht nur Schäume sind.
  Das Buch ist auch als Taschenbuch-Ausgabe mit schwarz/weiß-Illustratinen zu 19.80 € erhältlich.

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