Stephen King / Peter Straub Das schwarze Haus (Black House, 2001)Heyne 2004 Übersetzt von Wulf Bergner 832 Seiten € 9,95 [D]
Von Alfred Ohswald am 13.03.2004 Im kleinen Städtchen French Landing in Wisconsin passierten bereits drei Morde an Kindern und die örtliche Polizei ist weit davon entfernt, den Täter zu fassen. Polizeichef Dale steht stark unter Druck und bittet seinen Freund Jack Sawyer ihm bei den Ermittlungen zu helfen. Jack war erfolgreicher Polizeidetektiv, hat aber schon jung gekündigt und hat Dale schon bei einem schwierigen Fall unter die Arme gegriffen. Aber Jack hat auch eine andere Vergangenheit, als zwölfjähriger Junge war er in eine fantastische Geschichte verwickelt, die ihn quer durch die USA und in eine Parallelwelt führte. Und hinter dem Fall des Serienmörders steckt auch mehr, als ein normaler Kriminalfall. Da gibt es ein eigenartiges Haus mit einer schrecklichen Ausstrahlung und unwirklich erscheinenden Wächtern, dass ein Tor in eine andere Welt zu sein scheint. Durch dieses Haus gelangte ein Wesen in die Welt, dass von dem Kindermörder Besitz ergriffen hat und das viel weitergehende Pläne als einige grausame Morde hat. In dieser Fortsetzung zu „Der Talisman“, dem ersten gemeinsamen Roman von King und Staub, ist der damals zwölfjährige Held Jack Sawyer erwachsen und erfolgreicher Ex-Polizist. Eine richtige Fortsetzung ist es eigentlich nicht, weil man nicht unbedingt „Der Talisman“ kennen muss, um der Handlung folgen zu können. Es gibt zwar einige Anknüpfpunkte und einige Erinnerungen des Helden z.B. an „Wolf“ wird man nicht recht verstehen, aber das hat nicht direkt mit der Handlung von „Das schwarze Haus“ zu tun. Eher knüpft „Das schwarze Haus“ an Kings Saga von Roland und dem dunklen Turm an, deren Welt deutlich die hier vorkommende Parallelwelt ist. King und Straub vereinigen hier „Der Talisman“ und „Das schwarze Haus“ mit Kings Fantasy-Welt. Auch die Erzählung um die Vampir-Krankenschwestern in „Der 7. Schrein“ aus dieser Welt spielt eine kleine Rolle. Auch sonst gibt es zahlreiche Anspielungen aus der Literatur, besonders Dickens (z.B. „Bleak House“ und „Black House“) und Poe (z.B. der Rabe) werden recht deutlich zitiert. Obwohl das Buch gut 100 Seiten für die Vorstellung der zahlreichen Figuren braucht und somit eher langsam zur eigentlichen Handlung kommt, zieht das Erzähltalent der beiden Autoren die Leser schnell in ihren Bann. Besonders ihr Talent für extreme Bösewichte macht sich wieder stark bemerkbar aber auch die meisten anderen Charaktere sind recht gut gelungen. Auch nicht untypisch sind mehrere, aufeinander zulaufende Handlungsstränge, die geschickt zur Steigerung der Spannung genutzt werden. Die Leser sollten allerdings nicht heikel bei der Schilderung grausiger Szenen sein, davon gibt es in dem Roman mehr als in den meisten bisherigen Büchern der beiden Autoren.
Das Copyright © liegt beim
jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung
darf seine Rezension nicht verwendet werden.
Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik
schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail.
Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link
ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine
eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht
oder möglich.
|