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Bram Stoker
Dracula
Hörbuch

Deutsche Grammophon
2003
€ 23,- [D]


Von Alfred Ohswald am 02.03.2004

  Es kennt wohl jeder zumindest ungefähr die Geschichte um den transsilvanischen Grafen Dracula, den literarischen Urvater (wenn man die heute kaum mehr bekannten Vorläufer wie z.B. „Carmilla“ beiseite lässt) der Vampire aus einer der zahlreichen Verfilmungen. Die Drehbuchschreiber wichen zwar oft mehr oder weniger stark von der Buchvorlage an, aber es beginnt immer mit der Reise des jungen Jonathan Harker nach Transsylvanien, dann folgt Draculas Treiben in England und schließlich seine Vernichtung durch Dr. van Helsing und seine Kumpanen.
  Das Buch ist zwar einer der großen Klassiker der phantastischen Literatur aber gleichzeitig ein eher mittelmäßiger Trivialroman, dem die prüde viktorianische Moral aus jeder Seite quillt. Die Dialoge platzen fast vor lauter geradezu peinlicher Schwülstigkeit. Aber das Kino sorgte für die weltweite Bekanntheit Draculas und in seinem Schlepptau bleib natürlich auch das Buch bis heute aktuell.
 
  Die 6:12 Stunden (5 CDs) lange Hörbuchfassung ist deutlich gekürzt, was sich in der ersten Hälfte, die weitgehend als Briefroman geschrieben ist, eher positiv auswirkt. Später fehlen dann allerdings die Passagen, wo sich Dracula ins Gesellschaftsleben seiner neuen Wahlheimat einführt und damit so ziemlich die einzigen Stellen im Buch, wo er als charismatische Figur und nicht nur als blutrünstiger Vampir auftritt. In dem ohnehin nicht durch sonderlich interessante Charaktere verwöhnten Roman gehören diese Passagen zu den Höhepunkten abseits der Action- und Verfolgungsszenen. Manche Literaturforscher vermuten, dass Stoker hier ein Wenig seinen Chef Henry Irving porträtiert hat.
  Sonst ist diese Hörbuchproduktion ganz hervorragend gelungen. Zahlreiche verschiedene Sprecher lesen die jeweils verschiedenen Protagonisten zugeordneten Passagen. Die Form des Briefromans, wo die unterschiedlichen Figuren jeweils Teile der Handlung aus ihrer Sicht erzählen, ist dafür ideal geeignet. Viel besser kann man dieses Buch nicht zum Hörbuch verarbeiten, wenn man einmal die wenig geglückten Kürzungen in der zweiten Hälfte außer Acht lässt.

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