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Clive Barker
Spiel des Verderbens
(The Damnation Game, 1985)

Heyne
2002
Übersetzt von Joachim Körber und Werner Bauer
575 Seiten
€ 8,95 [D]


Von Alfred Ohswald am 07.01.2004

  Marthy bekommt im Gefängnis eine unerwartete Chance, ein exzentrischer Multimillionär sucht einen Leibwächter und er wird ausgewählt. Sein neuer Arbeitgeber fordert volle Loyalität, bleibt jedoch bei der ihn angeblich bedrohenden Gefahr seltsam vage. Aller läuft recht unspektakulär, bis eines Nachts ein Fremder in das stark abgesicherte Gelände eindringt und von den Hunden gestellt und verletzt wird. Dieser Fremde scheint übermenschliche Kräfte zu besitzen und nur seine eigenartige Abscheu vor Hunden bewirkt, dass er wieder verschwindet.
  Marthy ist beunruhigt, erfährt aber noch immer nicht viel mehr von seinem Schutzbefohlenen. Dafür lernt er dessen heroinabhängige Tochter kennen und verliebt sich in sie. Damit hat er auch einen persönlichen Grund, sie und ihren Vater vor dem unheimlichen Mann zu schützen, der sein Wiedererscheinen angekündigt hat.
  Aber Marthy erahnt nicht im Geringsten, welche Macht dieser Mann hat, der Mamoulian genannt wird. Selbst bezeichnet er sich auch gerne als den letzten Europäer. Und Marthys Arbeitgeber steht seit langer Zeit in der Schuld dieses Mannes, der sie jetzt einzutreiben gedenkt.
 
  „Spiel des Verderbens“ ist ein früher Roman Barkers und erinnert deshalb mehr an die Horrorkurzgeschichten in den „Büchern des Blutes“ als an seine späteren, mehr im phantastischen Genre angesiedelten Bücher wie z. B. „Imagica“, „Cabal“ oder „Gyre“. Recht deftige und grausige Szenen, vor allem gegen Ende des Romans, sind recht typisch für diesen frühen Barker.
  Die Geschichte ist nicht ungewöhnlich originell und erreicht nicht die Qualität seiner Kurzgeschichten in den „Büchern des Blutes“. Eine Geschichte über den Pakt mit dem Teufel, auch wenn der Bösewicht hier nicht der Teufel ist.
  Obwohl die Spannung über das ganze Buch hinweg anhält, hätte ein Straffen der Handlung nicht geschadet. Bei einigen Passagen hätten Kürzungen sicher nicht geschadet. Die Stärke des Romans liegt bei der Beschreibung der unheimlichen Figuren. In erster Linie natürlich von Mamoulian selbst, aber „der letzte vom Stamm der Rasierklingenesser“ ist mindestens ebenso gut gelungen. Eine wahrlich absurde Figur, die dem Leser dann fast schon in all ihrer Monstrosität sympathisch wird und dessen Rolle dann schließlich fast an Tolkiens „Gollum“ im „Herr der Ringe“ erinnert.

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