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Wolf Haas
Der Knochenmann
(1997)

2003
155 Seiten
€ 7,90 [D]


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Von Alfred Ohswald am 15.12.2003

  Detektiv Brenner soll für die Wirtin einer großen Backhendlstation in der südlichen Steiermark einen unaufgeklärten Fall zum Abschluss bringen. Bei einer Knochenmühle im Keller, wo die Hendlknochen verarbeitet werden, wurden menschliche Knochen gefunden. Von wem sie stammen, hat man noch nicht herausgefunden. Die Wirtin ist aber nicht da, als Brenner auftaucht, nur der ehrgeizige alte Chef, ihr Schwiegervater.
  So beginnt Brenner ziemlich planlos zu recherchieren, zuerst befragt er den Mann, der die Knochen gefunden hatte. Der Jugoslawe Milovanovic, der gleichzeitig als Torwart der Star des örtlichen Fußballvereins ist, kann ihm aber auch nicht viel weiterhelfen. Auch zu dem Kopf eines Stürmers einer gegnerischen Mannschaft, der in einem Sack mit Bällen am Fußballplatz gefunden wird, weiß niemand etwas. Aber langsam erfährt Brenner das eine und andere Detail der Beziehungsgeflechte im Dorf und in der Backhendlstation.
 
  Wolf Haas’ Krimis fallen durch zwei Dinge aus der Reihe, der ungewohnte Schreibstil mit seinem nicht als Figur vorhandenen Erzähler, der für viele der witzigen Kommentare zuständig ist und der selten in dieser Art anzutreffende Humor. Dieser besondere, knappe Schreibstil, mit oft geschluckten Wörtern und gleichzeitig launigen Ausschmückungen („Und die Pyramiden, natürlich schon umwerfender Anblick, da gibt es gar nichts.“), der von manchen Deutschen gern mit österreichischen Dialekt verwechselt wird, mag nicht jedem Leser liegen. Für die Meisten sind Haas’ Romane dadurch zu Kult-Krimis geworden und liefern sich bestenfalls noch mit Alfred Komareks Plot-Krimis einen Kampf um den 1. Platz in den österreichischen Bestsellerlisten. Wobei man beide in keinster Weise vergleichen kann, unterschiedlicher können Krimis kaum sein.
  „Der Knochenmann“ gehört dann noch zu den gelungensten „Brenner“-Krimis, für viele ist er überhaupt der Beste. Wer die Haas-Krimis kennenlernen will, sollte mit „Der Knochenmann“ den Einstieg wagen. Und, pass auf: Entweder „Nie Wieder!“ oder du liest sie alle, Quasi süchtig.

 

 

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