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Walter Egon Glöckel
Wer will die Wende?

Verlag Walter Egon Glöckel
2002
159 Seiten
€ 28,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 20.11.2003

  Walter Egon Glöckel war, nach einem kurzen Zwischenspiel in der Privatwirtschaft, wieder Polizist bei der Spezialtruppe WEGA geworden. Ein Zeitungsinserat, das auf eine Kontaktsuche Rechtsradikaler schließen ließ, brachte ihn auf den Gedanken, in dieser Szene zu ermitteln. Er kontaktierte direkt das Innenministerium und bekam den Auftrag zur verdeckten Ermittlung.
  Unter dem Decknahmen „Karl Dangl“ knüpfte er erste Kontakte mit einer in Wien und Niederösterreich aktiven Gruppe. Über sie und den Kauf und Verkauf von Souvenirs aus dem Dritten Reich gelangte er an weitere Gruppen, wie die Macher der einschlägigen Zeitung „Das neue Wort“, einer rechtsradikalen Studentenverbindung und verschiedenen Einzelpersonen.
  Doch als er von zwei Männern aus dieser Szene erfuhr, die im Innenministerium saßen und diese Information weitergab, wurde er kurz darauf unter Angabe fadenscheiniger Gründe gekündigt. Gemachte Zusagen wurden nicht eingehalten und selbst von ihm während seines Einsatzes von ihm aus seiner privaten Kasse aufgewendete öS 184.000,- Spesen wurden ihm nicht zurückerstattet.
 
  Glöckels Gang an die Öffentlichkeit durch dieses Buch sorgte für Wirbel in Österreich. Aber die Aufregung war, wenn man das Ende der Ereignisse bedenkt, doch nicht so groß. Offensichtlich reichen derartige Ereignisse heute nicht mehr, um noch in der Öffentlichkeit als Skandal wahrgenommen zu werden.
  Sicher, Glöckel hat erst begonnen zu ermitteln, hat nicht wirklich tief in die Verbindungen der rechtsradikalen Szene eindringen können, bevor er von oben abserviert wurde. Aber gerade das Ende der Geschichte sollte eigentlich jeden Österreicher erschrecken.
  Die Darstellungen sind betont sachlich und mit zahlreichen Belegen, meist Briefen, untermauert. Etwas unglücklich ist die Wahl eines serifinlosen Zeichensatzes für das Buch.

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