Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Edith Kneifl
Zwischen zwei Nächten

Milena Verlag
2003
170 Seiten
€ 12,- [A]


Von Rudolf Kraus am 06.11.2003

  „Zwischen zwei Nächten“ ist kein neuer Kriminalroman von Edith Kneifl, sondern die Neuauflage des 1991 im Wiener Frauenverlag erschienenen, längst vergriffenen und 1992 mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman ausgezeichneten Romandebüts.
  Sie erzählt darin die Geschichte einer Frauenfreundschaft, die jäh durch einen angeblichen Selbstmord endet. Ann-Marie steht am Grabe ihrer besten Freundin Anna und kann es nicht fassen, dass sich die Freundin vom Balkon gestürzt haben soll, wo sie doch ihr Leben neu ordnen und zu Ann-Marie nach New York ziehen wollte. Beim Leichenschmaus, der in typischer Wienerischer Art seltsame Züge trägt, versucht sie aus den Trauergästen Informationen zum Tod Annas herauszubekommen. Irgendwie ist etwas faul an der Geschichte, aber Ann-Maries Mordthese steht relativ alleine da. Sie wird von Alfred, dem Ehemann und nunmehr Witwer Annas, in die Wohnung eingeladen. Sie nimmt sich vor, dort nach Spuren zu suchen. Das Gespräch zwischen den beiden entwickelt sich eigenartig und Ann-Marie muss feststellen, dass Alfred offensichtlich die Tagebücher Annas verschwinden hat lassen. Die Anspannung in der Wohnung spitzt sich zu und klingt in einem außergewöhnlichen Finale aus. In vielen Rückblenden und Dialogen wird die Freundschaft der beiden Frauen in gekonnter Weise dargestellt. Der Roman zeichnet sich durch eine niemals enden wollende Spannung aus, die unter anderem eine detailreiche Analyse der Freundschaft der beiden Frauen hervorbringt.
  „Zwischen zwei Nächten“ ist ein fulminant geschriebener „literarischer“ Kriminalroman. Da das Ersterscheinen schon zwölf Jahre zurückliegt, kann das Buch getrost für viele LeserInnen als Neuentdeckung ausgewiesen werden.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.