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C. J. Cherryh
Alternate Realities
Three Short Novels

Daw Books
2000
528 Seiten
$ 7.99


Von Till Westermayer am 29.09.2003

  Sammelband mit drei älteren kürzeren Romanen von C.J. Cherryh, jeweils verbunden mit einem kurzen Einleitungstext aus heutiger Sicht. Die drei Texte sind vage mit Cherryhs Alliance-Union-Universium verbunden.
 
  „Port Eternity“ (1982) - Dela ist reich, wichtig und exzentrisch; ihr eigenes, mit Klonen besetztes Schiff, die „Maid of Astolat“, ist nach Motiven aus der Arthus-Sage gestaltet, bis hin zur Namensgebung der Besatzung und den über dem Kamin hängenden Schwertern und Bannern. Durch die Augen der jungen Klon-Kammerdienerin Elaine erleben wir mit, wie die „Maid“ auf dem Weg zum zentralen Regierungssystem - außer den Klonen sind nur Dela und ihr neuer Liebhaber Griffin an Bord - vom Weg abkommt. Ein Hyperraum-Sprung wird vorzeitig ausgelöst, aber das Schiff samt Besatzung bleibt im »between« stecken. Eine seltsame Entität hält das Schiff gefangen; die Versuche, sich loszureißen und potenzielle nichtmenschliche Eindringlinge zu bekämpfen, laufen parallel zu einem sich entwickelnden Psychodrama an Bord. Der Schluß überrascht.
 
  „Voyager in Night“ (1984) - Ein nichtmenschliches Schiff ist seit hunderttausenden von Jahren durchs All unterwegs. Im Asteroidengürtel um Fargone kommt es zu einer Kontaktsituation mit diesem Schiff - der drei Menschen zu Opfer fallen. In einer schmerzhaften Prozedur werden diese kopiert und fristen fortan - in mehrfacher Ausfertigung - ihr Leben als Teil einer virtuellen Realität an Bord des Schiffes, als Untersuchungsgegenstand und Partner von < >. Cherryh spielt hier einige mit Gedanken wie Bewusstseinstransfers und Uploads verbundene Konsequenzen durch.
 
  „Wave Without A Shore“ (1981) - Freedom ist ein Planet abseits der großen Handelsstraßen. In der Stadt Kierkegaard auf dem Kontinent Sartre liegt das Zentrum der menschlichen Siedlungsaktivitäten. Freedom weist eine Besonderheit auf: neben Menschen leben auf dem Planeten auch Ahnit - diese werden von den Menschen jedoch so vollkommen ignoriert, dass sie durch die selben Straßen laufen können, ohne sich zu sehen. Die Frage, was Realität ist, und welche Rolle menschliche Wahrnehmung dabei spielt, ist zugleich das zentrale Motiv dieses Textes. Der Künstler Herrin Law glaubt fest daran, seine Realität von allem unerwünschten rein halten zu können und zugleich die Realität des gesamten Planeten durch seine Kunst verändern zu können. Erst langsam begreift er, dass es Faktoren gibt, auf die er keinen Einfluss hat - und beginnt zu sehen. (Vielleicht würde sich »philosophische SF« als neue Unterkategorie hierfür anbieten).
 
  Alle drei Geschichten erzählen in der für Cherryh typischen Weitschweifigkeit von ersten Kontakten zwischen Menschen und anderen, fremden Realitäten (daher wohl auch der Titel). Dies geschieht in drei sehr unterschiedlichen Settings, und hat jeweils sehr unterschiedliche Konsequenzen für alle Beteiligten.

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