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Gisbert Haefs
Barakuda Trilogie
(1986)

Weltbild
2001
750 Seiten


Von Alfred Ohswald am 28.09.2003

  Die humanoiden Bewohner von Shilgat beschlossen vor einigen tausend Jahren der Hochtechnologie abzuschwören und auf einem ungefähr mittelalterlichen Technik-Stand zu leben. Es gibt z.B. keine Verbrennungsmotoren oder moderne Schusswaffen, wie Kanonen oder Gewehre. Sie glauben an das Chaos und halten nichts von herkömmlichen, hierarchischen Regierungsformen. Darum haben sich bei ihnen recht skurrile Regierungssysteme gebildet, deren Hauptmerkmal der geringe Einfluss auf die Bürger ist.
  Dann kamen die ersten Menschen mit ihren Raumschiffen, meist sektiererische Außenseiter, die sich gewaltsam Lebensraum aneigneten. Wegen dieser Bedrohung schlossen sie sich dem Commonwealth der Menschen an. Das Commonwealth unterhält eine Basis und einen Gouverneur auf Shilgat, die mit modernen Waffen über das Technikembargo und die radikalen menschlichen Siedler wachen.
  Dante Barakuda ist Chef dieser Sicherheitstruppe und muss sich mit diesen radikalen Gruppen herumschlagen. Zuerst versucht das Matriarchat der „Mütter“ die Herrschaft über den Planeten an sich zu reißen. Moderne Waffen werden nach Shilgat geschmuggelt und zwei Banditengruppen sorgen im Norden für Unruhe. Mit kräftiger Mithilfe einheimischer Freunde versucht Barakuda die Machenschaften der „Mütter“ zu vereiteln.
  Später bekommt es Barakuda noch mit zwei anderen dieser radikalen Gruppen zu tun.
 
  Diese ursprünglich in vier Teilen bei Goldmann, später als Dreiteiler erschienene Science-Fiction-Reihe ist jetzt von Weltbild als einzelnes Buch herausgebracht worden.
  Es ist, durch die weitgehend technologielose Welt mit ihren absurden Regierungsformen, ein kräftiger Schuss Fantasy dabei, obwohl Magie o.Ä. keine bedeutende Rolle spielt. Die Begegnung der Leser mit seltsamen Gegenden und Bewohnern im Laufe des Buches ist aber typisch für dieses Genre. Die eigenartige Weltanschauung und die skurrilen Gesellschaftsformen sind auch die Stärke des Buches. Hier sprüht Gisbert Haefs geradezu vor originellen und oft recht witzigen Ideen.
  Die Handlung und die Charaktere sind recht konventionell. Helden, wie man ihnen oft in Romanen begegnet. Gelungen aber nicht ungewöhnlich.
  Wenn man die Bösewichte des Romans betracht, merkt man schnell, dass Gisbert Haefs kein Freund heutiger „Alternativer“ ist. Radikal-Feministinnen und in kommunaler Form lebende Vegetarier bilden die ideologisch starren Diktaturen, die alle Andersdenkenden ausrotten wollen. Dagegen ist z.B. ein gutaussehender, körperlich starker, extrem reicher Konzernchef ein sympathischer Nebenheld. Die gezeigte Welt ist also ziemlich schwarz-weiß, hier die guten unabhängigen „Liberalen“, dort die bösen, ideologisch verbohrten „Alternativen“.

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