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Hans-Peter Martin (Hrsg.)
Wollen täten’s schon dürfen
Wie Politik in Österreich gemacht wird
(2003)

Deuticke
272 Seiten
€ 19,90


Von Alfred Ohswald am 23.09.2003

  27 prominente Autoren, hauptsächlich Politiker, Künstler und Journalisten, haben jeweils einen Beitrag zu einem bestimmten Aspekt der österreichischen Politik beigetragen. Die Beiträge sind bewusst allgemeinverständlich gehalten, weil das Buch sich in erster Linie an junge Leser wendet. Manche Beiträge, wie Hans-Peter Martins fiktiver Brief an seinen Sohn über Unabhängigkeit, übertreiben es fast schon mit der jungendgerechten Formulierung. Manche Autoren haben auch zu ungewöhnlichen Stilmitteln gegriffen, wie Dodo Rošcic mit seinem fiktiven eMail-Dialog „Hauptsache fesch“ über die Rolle der Optik in der Politik. Die meisten Beiträge sind aber angenehmerweise konventioneller Art. Zu viele stilistische Experimente wären auch nicht unbedingt wünschenswert.
  Natürlich ist bei einigen Beiträgen die Gesinnung der Autoren deutlich merkbar, einige nennen auch Ross und Reiter (Personen), wenn sie anhand von Beispielen auf bestimmte Missstände hinweisen wollen. Dietmar Eckers oder Jacqueline Godanys Beiträge zeigen z.B. besonders gekonnt, wie Information mit scharfsinniger Kritik verbunden werden können. Hier liegt auch eine Schwachstelle des ansonsten recht gelungenen Buches, es sind nur Autoren im Bereich zwischen linker und Liberal-konservativen Weltanschauung vertreten. Rechts-Konservative oder ein Vertreter aus der FPÖ finden sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht. Auch die Themenauswahl ist, trotz der zahlreichen Beiträge, natürlich begrenzt. Ein Artikel zum Verhältnis von Staat und Kirche bzw. Religion ist z.B. nicht vertreten.
  Der Gesamteindruck bleibt trotzdem positiv und selbst politisch interessierte Erwachsene mit einigem Hintergrundwissen finden noch interessante Gedanken in dem Buch.
 
  Zum Schluss noch die in dem Buch vertretenen Autoren und ihre Beiträge:
 Hans-Peter Martin: Nichts ist spannender als Politik. Wie bitte?
 Barbara Stöckel: Warum streiten so wichtig ist
 Dodo Rošcic: Hauptsache fesch
 Dietmar Ecker: Republik Kugelmugel
 Karl Krammer: Die Einflüsterer der Macht
 Peter Rabl: Regieren rauf und runter
 Christian Köck: Ohne Medien sind wir nichts
 Jacqueline Godany: Die zwei Gesichter des Kanzlers
 Vera Russwurm: Wo kommen den die Farben her?
 Anton Pelinka: Die Parlamentsmaschine
 Hans-Peter Martin: „Bitte mit ohne alles“
 Gerald Rainer: Unter Freunden
 Peter Pilz: Fünf Millionen und eine Plastiktüte
 Tessa Prager: Wir werden einen Richter brauchen
 Simone Wasserer/Tanja Wasserer: Freiheit für Billardkugeln
 Willi Resetarits (alias Kurt Ostbahn): Wozu Beamte?
 Heinrich Neisser: Volkes Stimme und Stimmung
 Michael Köhlmeier: Das Paradies der Ungeliebten
 Hans-Henning Scharsach: Österreich zuerst?
 Peter Turrini: Es gibt keine Österreicher!
 Peter Huemer: Raufen beim Kuchenteilen
 Ferdinand Lacina: „Ist alles so kompliziert“
 Barbara Heitger: Unabhängig abhängig
 Marianne Mathis: Die „Kohle“ verbrennt eiskalt
 Reinhold Messner: Seilschaft ohne Ende
 Franz Fischler: Eurojapaner
 Susanne Scholl: Wo endet Europa?

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