Richard Reich Das Gartencenter (2003)Kein & Aber 230 Seiten € 18,90 [D]
Von Alfred Ohswald am 18.09.2003 Der ganze Roman ist in Form von einseitigen Gesprächen, wobei immer nur die Worte des Gesprächspartners wiedergegeben werden, geschrieben. Die Hauptfigur und damit auch der Leser, bleibt immer nur der Angesprochene. Es sind Monologe vor einem unsichtbaren Partner und dem Leser. Der wichtigste Gesprächspartner ist dabei „Der Gärtner“, der den Neukunden durch ein riesiges Gartencenter führt und dabei über Pflanzen, Gott und die Welt und die Stammkunden“ referiert. Diese Stammkunden sind ein altes Ehepaar, eine junge Frau und ihre beiden Kinder und ein Mann. Mit ihnen kommt der „Kunde“ später auch noch allen kurz ins Gespräch. Dieses Gartencenter ist natürlich einigermaßen ungewöhnlich und bietet sich als Metapher für alles Mögliche an. Vieles, auch beim „Gärtner“ und den „Stammkunden“ bleibt unklar und lässt dem Leser und natürlich den Kritikern reichlich Raum zum hineininterpretieren. Das will ich aber gern den Lesern überlassen. Gegen das Ende zu nimmt das Ganze dann schon kafkaeske Züge an, besonders der Schluss selbst. Ein ungewöhnliches Buch, voller versteckter Andeutungen und nicht ohne Ironie. Sicher nicht jedem Leser zu empfehlen, aber wer sich auf dieses Experiment einlässt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zugleich gut unterhalten und zum nachdenken angeregt. Und obwohl diese Erzählung nicht alltäglich ist, ist sie zwar in ungewöhnlicher Form aber leicht lesbar geschrieben.
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