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Rodica Draghincescu
Morgen und Abend

Ithaka
2003
Übersetzt von Rüdiger Fischer
73 Seiten
€ 12,- [A]


Von Rudolf Kraus am 02.09.2003

  Die rumänische Autorin Rodica Draghincescu lebt als rumänisch- und französischsprachige Autorin in Stuttgart und legt mit „Morgen und Abend“ ihr zweites Buch in deutscher Sprache vor. Wie schon eingangs erwähnt, schreibt sie viele ihrer Texte auf französisch, so auch den vorliegenden Gedichtband. Diese innere Zerrissenheit thematisiert sie auch in ihren Gedichten, die hauptsächlich Prosagedichte sind:
  „ (...) Ich bin rumänische Staatsbürgerin und schreibe in Deutsch- / land auf französisch. Meine Muttersprache rührt den Schlüssel / zur Dichtung nicht mehr an. (...) Während ich auf französisch schreibe, weine ich auf rumä- / nisch.“
  Diese Zeilen stammen aus dem langen Prosagedicht „Viele Leute verwechseln das Ende der Wörter mit dem Anfang der Wörter“, das in fast symbolistischer Weise mit dem Gebrauch, dem Sinn der Wörter auseinandersetzt und gleichzeitig einen sehr intimen Einblick in die Seelenwelt einer Dichterin gewährt, die sich auf die Suche begeben hat. Und diese Suche ist immer ein weitreichender Begriff, sei es die Suche nach Identität, nach Freiheit, nach Glück, nach Liebe, nach Heimat, nach Halt oder was auch immer.
  In Rodica Draghincescus Gedichten ist häufig die Suche zu finden, Gefundenes zu suchen und Verstecktes offensichtlich. Das lyrische Handwerk ist ihr ebenso eigen wie Formen, Stile und Strömungen des 20. Jahrhunderts.
  In Frankreich, Rumänien, Italien und Kanada ist sie längst durch Preise und bisher 14 Buchveröffentlichungen bekannt, im deutschsprachigen Raum kann es noch werden, wobei als Einschränkungen zu erwähnen ist, das seit Goethe im deutschsprachigen kaum jemand mehr die Lyrik wahrnimmt. Das ist nicht nur schade, sondern beinahe ein Verbrechen an der Poesie.

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