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Andrej Kurkow
Pinguine frieren nicht
(Zakon ulitki, 2002)

Diogenes
2003
Übersetzt von Sabine Grebing
537 Seiten
€ 22,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 28.08.2003

  Viktor musste aus Kiew verschwinden und landete auf einer Insel in der Nähe der Antarktis. Dort lernt er einen todkranken Russen kennen, der sich ebenfalls versteckt. Er bittet ihn, seiner Frau in Moskau etwas zu überbringen, sobald er zurückkehrt. Viktor ist einverstanden und reist bald darauf wieder in die Ukraine zurück.
  In Kiew erfährt er, dass sein Pinguin Mischa im Privatzoo eines Moskauer Bankiers ist. Nach einem Zwischenspiel als Berater eines wahlkämpfenden Politikers bricht er nach Moskau auf, weil er ohnehin noch sein Versprechen einlösen muss. Der Besitzer des Pinguins ist aber inzwischen in Tschetschenien und hat das Tier mitgenommen. Nachdem Viktor der Witwe die Sachen ihres Mannes überbracht hat, nutzt er eine ihm angebotene Möglichkeit, nach Tschetschenien zu kommen.
 
  Nach dem eher schwachen Vorgänger „Ein Freund des Verblichenen“ hat Andrej Kurkow jetzt eine Fortsetzung zu seinem Erfolgsroman „Picknick auf dem Eis“ geschrieben. Und er ist ihm gut gelungen. Viktor wird von ihm auf der Suche nach seinem Pinguin auf eine regelrechte Odyssee geschickt.
  Es beginnt in der Antarktis, geht mit einem sympathischen, angehenden Politiker mit zweifelhafter Vergangenheit in Kiew weiter und führt über ein kurzes Zwischenspiel in Moskau in den Armen einer reichen Witwe nach Tschetschenien. Immer wieder entgeht der Held zahlreichen Gefahren nur knapp und meist bloß durch eine kräftige Portion Glück.
  Wie schon in „Picknick auf dem Eis“ erfährt man nebenbei eine Menge über den Alltag in der heutigen Ukraine und auch in Moskau und Tschetschenien. Ein wenig Abenteuerroman und etwas Thriller mit einem Antihelden, der sich selten aus der Ruhe bringen lässt. Fast stoisch lässt er die diversen Katastrophen auf sich zukommen und vertraut auf sein immer zuverlässliches Glück. Er ist oft mehr Beobachter, als Handelnder, obwohl er immer im Zentrum der Ereignisse steht. Und das Ganze wegen einem Pinguin namens Mischa, was allem eine, für die moderne russischsprachige Literatur nicht untypische Absurdität gibt.

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