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Martin Schwarz / Heinz Erdmann
Saddams blutiges Erbe
Der wirkliche Krieg steht uns noch bevor

Droemer Knaur
2003
201 Seiten
€ 8,90 [D] € 10,20 [A]


Von Alfred Ohswald am 15.08.2003

  Das Thema ist hochaktuell und füllt noch immer die Zeitungsspalten und Nachrichtensendungen. Die Autoren liefern hier eine kompakte Bestandsaufnahme dazu, eine etwas groß geratene Hintergrundreportage.
  Zuerst wird Saddam Husseins unglaublich brutale Herrschaft, oft mit Hilfe von Beispielen, beschrieben. Die Alltäglichkeit von Hinrichtungen und Folter und seine Mittel der Überwachung und Unterdrückung, hauptsächlich die verschiedenen Geheimdienste.
  Im zweiten Teil beschäftigen sich die Autoren auf die Probleme der USA mit der Errichtung einer Nachkriegsordnung und die zersplitterten Oppositionsgruppen im Irak. Es scheint, dass die USA mit keinem wirklich realistischen Konzept aufwarten können, so gut die militärischen Aktionen geplant waren, so wenig wurden sich Gedanken über die Zeit danach gemacht. Dazu kommt, dass der Irak mit seinen verschiedenen ethischen und religiösen Bevölkerungsgruppen nicht eben ein unproblematischer Fall ist. Zurecht bezweifeln Martin Schwarz und Heinz Erdmann, dass eine Demokratie im Irak für die amerikanischen Interessen wünschenswert wäre.
 
  Die Autoren werteten für das Buch zahlreiche Quellen und Interviews aus und erstellten daraus eine komprimierte Übersicht über die aktuelle Situation. Natürlich laufen sie dabei Gefahr, von einem Ereignis innerhalb weniger Tage nicht mehr am Stand der Dinge zu sein, das gilt aber für fast alle Bücher dieser Art. Weil sie selbst nicht direkt eine These propagieren, sondern nur verschiedene Meinungen wiedergeben, laufen sie auch nicht so schnell Gefahr, eines Irrtums überführt zu werden. Es werden keine überraschend neuen Thesen aufgestellt, das Buch ist eine Darstellung der derzeitigen Situation, nicht wertender Kommentar.
  Der relativ geringe Umfang und der Schreibstil sorgen für eine gute Lesbarkeit. Aber dadurch können natürlich einige Dinge nicht mit allen Details berücksichtigt werden. Z. B. werden die durchaus unterschiedlichen Positionen der beiden wichtigsten schiitischen Führungspersönlichkeiten nicht angesprochen. Beim notwendigen Kompromiss zwischen Ausführlichkeit in allen Details und knapper, verständlicher Darstellung haben sich Martin Schwarz und Heinz Erdmann bzw. der Verlag für die zweite Variante entschieden. Dadurch ist das Buch auch für Leser mit wenig Hintergrundwissen und/oder knappen Zeitbudget sehr gut geeignet. Wer sich allerdings schon ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat, findet möglicherweise nichts wirklich Neues in dem Buch.

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