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Harald Lesch
Sind wir allein im Universum?

Komplett Media
2001
€ 25,54 [D]


Von Alfred Ohswald am 07.08.2003

  Professor Dr. Harald Lesch ist vermutlich vielen von der Fernsehsendung Alpha Centauri auf Bayern Alpha bekannt, wo er wöchentlich ein Mal jeweils 15 Minuten lang komplexe Sachverhalte der Astrophysik für ein Durchschnittspublikum verständlich darlegt. Dieses Talent des Erzählens bietet sich natürlich auch für ein Hörbuch an und ist hier gelungen umgesetzt worden.
  Das Thema „Sind wir allein im Universum?“ sollte für ausreichend Interesse sorgen, stapeln sich doch Unmengen mehr oder meist weniger seriöser „Sachbücher“ dazu in den Buchläden. Da darf sich auch ein Mal eine wissenschaftlich fundierte Darlegung ohne wilde Spekulationen zu dem Thema dazugesellen.
 
  Prof. Lesch beginnt mit einem knappen Rückblick auf die Versuche der Menschen, Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen und den wichtigsten Phasen der sogenannten UFO-Sichtungen. Dieser Teil endet mit dem, unter Esoterikern legendären Roswell-Zwischenfall, wo ein UFO in einer Wüste in Amerika abgestürzt sein soll. Hier lässt er schon durch zahlreiche ironische Seitenhiebe klar erkennen, dass er herzlich wenig vor diesen absurden Geschichten hält. Die große Zielgruppe der UFO-Schwärmer wird mit diesem Hörbuch wenig Freude haben, wenn sie nicht bereit ist umzudenken.
  Danach kommt Prof. Lesch für den Rest der ca. 140 Minuten zu den physikalischen Grundbedingungen für die Entstehung von komplexen Lebensformen. Es scheint auf den ersten Blick ja recht unwahrscheinlich, dass bei Milliarden Sternen pro Galaxis und Milliarden Galaxien nicht auch zahlreiche außerirdische Zivilisationen existieren sollen. Aber so einfach ist es wieder nicht. Nur ein sehr kleines Gebiet in einer Galaxie ist dafür theoretisch geeignet. Überall sonst zerstören entstehende und als Supernova vergehende Sterne mit ihrer immensen Strahlung jedes Leben schon im Ansatz. Und selbst in unserem Sonnensystem gibt es nur einen relativ schmalen Bereich, der das Entstehen von Leben möglich macht. Und ohne den, für einen Planeten wie unsere Erde außergewöhnlich großen Mond und Jupiter als Meteroiten-Abfangplaneten in unserem Sonnen-System würde es auch nichts mit dem Leben hier geklappt haben. Diese und noch einige andere grundlegende Faktoren sind in dieser Kombination schon sehr selten, wenn überhaupt noch Mal vorhanden in unserer Milchstraße. Und damit erscheint das gewichtig erscheinende Argument der Milliarden von Sternen plötzlich in einem völlig anderen Licht.
 
  Allein der Fähigkeit, ein so weitreichendes und komplexes Thema in einer so kurzen Zeitspanne verständlich vorzutragen, gebührt schon Respekt. Dass es auch noch sehr Kurzweilig, Unterhaltend und nicht ohne eine kräftige Portion intelligenten Humor geschieht, sollte dieses Hörbuch zu einem durchschlagenden Erfolg verhelfen. Zu wünschen wäre es ihm.
 
 Ca. 140 Minuten (2 CDs)

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