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Mani Beckmann
Moorteufel
(1999)

Lübbe
2002
525 Seiten
ISBN: 3404142821
€ 7,45 [D]


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Von Alfred Ohswald am 17.07.2003

  Jeremias, noch nicht einmal 20 Jahre alt, trifft sich heimlich mit seiner schwärmerischen Liebe, der Tochter des Amtsmanns. Doch er ist nur der Sohn eines kleinen Bauern und weit unter ihrem Stand. Dann erfährt er noch, dass er gar nicht der leibliche Sohn seiner vermeintlichen Eltern ist und wird dadurch zutiefst verunsichert. Er wurde von ihnen als Neugeborener vor ihrer Schwelle gefunden und adoptiert.
  Aber Jeremias hat noch andere Probleme. Preußen zieht gegen den zurückgekehrten Napoleon nach Frankreich in den Krieg und Jeremias ist ein ausgeloster, unfreiwillig Freiwilliger. Er hat sich aber gedrückt und der Amtmann ist hinter ihm und anderen Deserteuren her. Er hat auch von den heimlichen Treffen zwischen Jeremias und seiner Tochter erfahren und will ihn auch deshalb erwischen.
  Jeremias versteckt sich vor ihm im nahegelegenen Moor in einem verlassenen kleinen Haus. Doch das hat schon einen Bewohner. Der vor Jahren wegen Mordes an seiner Frau geflüchtete Dorfschulze ist zurückgekehrt. Er will sich an seinem Bruder rächen, weil der der wahre Mörder sei, wie er Jeremias erzählt.
  In dem kleinen Dorf sind aber fast alle Ereignisse miteinander verstrickt und Jeremias erfährt die ersten Brocken über seine Herkunft. Bis er alles erfahren hat, sollte er noch einige Male nur knapp mit dem Leben davonkommen. Nicht zuletzt der Amtmann und eine Räuberbande aus Holland machen ihm das Leben besonders schwer.
 
  Dieser historische Roman spielt im Jahr 1814 in einem kleinen Dorf nahe der Grenze zu Holland. Die historischen Ereignisse spielen hier nur eine Nebenroll, beeinflussen aber doch das Leben mancher Menschen. Die Kriege Napoleons sind selbst hier nicht spurlos vorübergegangen.
  Die eigentliche Handlung des Buches dreht sich aber um eine dörfliche Tragödie, die mit der Vergangenheit der Hauptfigur zusammenhängen und die turbulenten Erlebnisse, bei denen er davon Stück für Stück erfährt.
  Mani Beckmann hat gut die Atmosphäre des kleinen, abgelegenen Dorfes eingefangen. Obwohl die Handlung stetig voranschreitet, wird es selten hektisch. Die beiden Parallelhandlungen, die Geschichte von Jeremias’ Herkunft und seine eigenen Erlebisse sind geschickt verwoben und schaffen den gelungenen Spannungsbogen. Auch die Figuren sind vielschichtig gestaltet und ausgezeichnet beschrieben. Oft ändert sich der Blickwinkel des Lesers durch langsam auftauchende neue Informationen.
  Kein typische historischer Roman, weil die Handlung ähnlich auch in einer ganz anderen Zeit und Umgebung spielen könnte. In gewisser Weise gleicht das Buch eher einem (historischen) Krimi mit seiner Spurensuche als Hauptmotiv.

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