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Jonathan Safran Foer
Alles ist erleuchtet
(Everything Is Illuminated, 2002)

Deutsche Grammophon
2003
Übersetzt von Dirk van Gusteren
€ 26,- [D]


Von Alfred Ohswald am 15.07.2003

  Der Vater des jungen lebenslustigen Ukrainers Alex hat ein auf Juden, die ihre familiären Wurzeln suchen, spezialisiertes Tourismusbüro. Als sich ein junger Juden namens Jonathan Safran Foer ankündigt, überredet sein Vater ihn, mit seinen guten Englischkenntnissen den Dolmetscher zu spielen. Eigentlich erwarten sie einen geistig nicht besonders hellen Typen, aber Alex ist dann angenehm überrascht und recht angetan von dem Besucher.
 
  So wenig aufregend und neu sich dieser Ausgangspunkt der Handlung anhört, ist es dann überraschend spritzig und voller Leben. Und das ist natürlich der Formulierkunst des Autors zu verdanken. Auch wenn von Manchen ein „Geradbügeln“ des ursprünglich noch „schrägern“ Textes beklagt wird, es ist noch genug davon übrig geblieben. Der Stil Foers erinnert etwas an T. C. Boyle in Hochform.
  In die Geschichte einer Reise eines amerikanischen Juden in die Ukraine ist hier naheliegenderweise die Geschichte seiner Familie eingeflochten. Das beginnt schon einigermaßen merkwürdig mit dem Auftauchen eines weiblichen Säuglings unter mysteriösen Umständen in einem Schtetl in der Ukraine Ende des 18. Jahrhunderts und endet mit seinem Großvater, der von einer Frau im 2. Weltkrieg vor den Nazis gerettet worden sein soll.
 
  Die beiden Vorleser treffen die Stimmung des Buches und meistern auch die eigenwilligen Wortschöpfungen des Autors hervorragend. Egal, ob es der absurd-witzige erste Teil des Romans oder der vergleichsweise mehr dramatischere hintere Teil ist, die Hörbuchversion ist gut gelungen.
 
 ca. 440 Min. (6 CDs)
 Sprecher: Boris Aljinovic und Florian Lukas

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