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Rafael Yglesias
Dr. Nerudas Therapie gegen das Böse

Fischer
1996
899 Seiten
öS 364.-


Von Viktoria Zwicker

  Rafael Yglesias ist bei uns eher als Drehbuchautor für Größen wie P. Weir und R. Polanski denn als Romanautor bekannt. Dies dürfte sich aber nach Vorlage dieses ungemein spannenden und interessanten Buches Ändern.
  Es gliedert sich in drei Teile.
  Im ersten, dem dichtesten und Überzeugendsten, wird die komplizierte Kindheit und Jugend des Rafael Neruda erzählt. Diese wird Überschattet durch einen politisch motivierten Überfall auf seine Eltern, den der Achtjährige miterleben muß. Als dessen Folge wird Rafaels Mutter in die psychische Krankheit und weiter in den Selbstmord getrieben. Der Vater geht nach Kuba ins Exil - Rafael kommt in die Obhut seines schwerreichen Onkels. Als glänzender Schüler und erfolgreicher Sportler wird er zum Liebling seines Onkels, bis er sechzehnjährig der Last seiner Vergangenheit nicht mehr standhält und einen Selbstmordversuch unternimmt.
  Der zweite Teil enthält im wesentlichen die Fallgeschichte des Patienten Gene Kenny. Neruda ist inzwischen sechsundzwanzig und als Psychotherapeut für Kinder, vorwiegend aus der Unterschicht, tätig. Er begleitet Gene Kenny fünfzehn Jahre lang. Ein Jahr nach erfolgreich beendeter Therapie - Kenny ist inzwischen Familienvater und erfolgreicher Computeringenieur - erfährt der entsetzte Neruda, daß sein ehemaliger Patient seine Frau ermordet und anschließend Selbstmord verübt hat.
  Im dritten Teil "Bosheit - Diagnose und Therapie" begibt sich Dr. Neruda auf die Spuren seines toten Patienten. Er wird Konsulent in der Firma, die Gene Kennys Arbeitgeber war und durchleuchtet eine Gesellschaft, in der 29jährige erst ausgebeutet und dann als zu alt und unproduktiv entlassen werden. Er entlarvt den Chef der Firma und dessen Tochter als Schuldige an Gene Kennys Tragödie und therapiert sie, indem er sie mit ihrer absoluten Gefühlskälte konfrontiert.

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