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Andreas Gruber
Jakob Rubinstein
Mit Illustrationen von Alex Mastny

Basilisk
2003
174 Seiten


Von Alfred Ohswald am 13.06.2003

  Jakob Rubinstein, einst Polizist und wegen seiner Abneigung gegen Schusswaffen entlassen, ist Privatdetektiv in der Wiener Innenstadt. Außerdem ist er Jude, lebt aber nicht nach den Traditionen und Vorschriften. Koscheres Essen lockt ihn wenig, er bevorzugt die chinesische Küche in ausgiebigen Portionen, was sich deutlich an seiner Figur zeigt. Aus seiner Zeit als Polizist stammt noch eine regelrechte Allergie gegen Innenminister Rohrschach, die sich in heftigen Niesanfällen ausdrückt, wenn auch nur der Name genannt wird.
  Zusammen mit seiner geschickten Sekretärin Rita wartet er im Büro auf Kundschaft. Und meist gerät er in einigermaßen mysteriöse Fälle. Besonders oft stößt er auf zwielichtige Wissenschaftler, die eigenartige Experimente betreiben und dabei oft vom Innenministerium gedeckt werden.
  Behilflich sind ihm bei der Lösung seiner Fälle, neben seiner Sekretärin Rita, sein zwar ängstlicher aber schauspielerisch talentierter Freund Gazetti und seine eloquente Schwester Rachel.
 
  Zuerst fällt die, etwas an Groschenhefte erinnernde Gestaltung des Umschlags auf. Davon sollte man sich allerdings nicht beeinflussen lassen. Auch die Reihe Phantastik-Krimis, in der das Buch erscheint, passt nicht ganz. Man erwartet dabei eher Horrorelemente, was hier absolut nicht zutrifft. Die Bösewichte bei Gruber betreiben zwar oft obskure Experimente, die wenig mir der heutigen Realität zu tun haben, aber übersinnlich geht’s dabei höchstens in der ersten Geschichte zu.
  Das Buch besteht aus fünf Erzählungen, die zugleich fünf Fälle der Hauptfigur und ihrer Begleiter sind, die nur lose zusammenhängen. Ein vor allem durch das Wechselspiel zwischen den Figuren entstehender Humor prägt die Geschichten ebenso wie das einigermaßen surreale Wien, das als Hintergrund herhalten muss. Vor allem die etwas in ihren Eigenschaften überzeichneten Hauptfiguren und die „verrückten Professoren“ erinnern auch etwas an die klassischen Abenteuergeschichten der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert von Jules Verne, Arthur Conan Doyle, Henry Rider Haggard, Edgar Rice Burroughs usw.
  Ein kurzweiliges, nicht unwitziges Buch. Gruber hat einen ungewöhnlichen Krimihelden geschaffen, dem man gerne wieder zwischen zwei Buchdeckel begegnen möchte.

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