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Bertha von Suttner
Die Waffen nieder!
Eine Lebensgeschichte
(1889)

Verlag der Nation
1990
485 Seiten


Von Alfred Ohswald am 05.06.2003

  Mitte des 19. Jahrhunderts lernt die junge Adlige Martha Althaus, Tochter eines alten Generals, den Husarenlieutnant Graf Arno Dotzky kennen und heiratet ihn bald darauf. Ein Jahr nach ihrer Hochzeit bricht der Krieg gegen Italien um die Lombardei aus. Martha ist hochschwanger, doch kurz vor der Geburt ihres Sohnes muss ihr Mann ausrücken. Er kommt bei dem Feldzug ums Leben. Während ihrer Trauer beginnt Martha viel zu lesen, auch moderne Autoren. Damit beginnt sie an der überall verbreiteten Verherrlichung des Krieges immer heftiger zu zweifeln.
  Sie lernt Friedrich kennen, der zwar ebenfalls Offizier ist, den Krieg aber verabscheut. Ihre anfängliche Sympathie schlägt bald in Liebe um und bald sind sie ein Paar. Wieder bricht ein Krieg aus, diesmal mit Preußen. Als Martha von der verheerenden Niederlage bei Königgrätz erfährt und keine Nachricht ihres Mannes eintrifft, beschließt sie, selbst den Kriegsschauplatz aufzusuchen und nach Friedrich zu suchen. Dort erlebt sie alptraumhafte Szenen in den Feldlazaretten und kehrt angeschlagen nach Wien zurück. Der nur leicht verwundete Friedrich erwartet sie bereits zu Hause. Ihre Abscheu gegenüber dem Krieg ist bei Beiden aber noch stärker geworden. Friedrich quittiert seinen Dienst, sie bereisen Europa und bekommen noch eine Tochter. Doch im unglückseligen Jahr 1870 befinden sie sich in Paris und ein scheinbar unbedeutender Streit um die Nachfolge auf dem spanischen Thron zwischen Frankreich und Deutschland artet in einen weiteren Krieg aus.
 
  Mit „Die Waffen nieder!“ begann Bertha von Suttners Engagement für den Frieden erst richtig. Das Buch zog die Autorin selbst in den von ihm aufgewirbelten Strudel. Wie „Onkel Toms Hütte“, das einen wichtigen Beitrag zur Abschaffung der Sklaverei leistete, war auch „Die Waffen nieder!“ ein Tendenzbuch, das zur Unterstützung der damals wenig populären Friedensbewegung gedacht war. Der Roman feierte einen gewaltigen Erfolg über viele Sprachgrenzen hinweg. Weil Übersetzungen damals dem Autor kein Geld brachten, behob es Suttners ewige Geldsorgen aber nicht.
  Suttner recherchierte ausführlich für den Roman und es finden sich auch einige autobiographische Versatzstücke darin, aber es ist nicht im Entferntesten ein biographischer Roman. Von der Kritik wurde dem Buch mangelnde literarische Qualität vorgeworfen, was aber teilweise durch Leidenschaftlichkeit wieder wett gemacht wird. Die damals zahlreichen nationalen Autoren, wie Felix Dahn (Ein Kampf um Rom) mit ihrem schwülstigen Pathos und ihrer dahindeklamierenden Weitschweifigkeit übertrifft es aber um Klassen.
  So nebenbei erfährt man, zwar aus subjektiver Sicht, einiges über die Geschichte, Gesellschaft und allgemeine Stimmung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  Ein sehr ausführliches Nachwort und ein Anhang, der Roman selbst ist nur 402 Seiten (von 485) lang, schließen das Buch ab.

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