Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Daniela Hättich
meine augen durch deine
Prosa und Lyrik

Haymon
2002
127 Seiten
€ 14,40 [A]


Von Rudolf Kraus am 23.05.2003

  „meine augen durch deine“ ist das erste Buch der gebürtigen Tirolerin Daniela Hättich, die heute in Kärnten lebt, aber bei Straßburg aufgewachsen ist. In ihrer Selbstbeschreibung gibt sie an, mit einem „zweiten Ich“ schon und noch immer in Frankreich zu sein.
  Die Mehrzahl der Texte sind Gedichte und das ist gut so, denn in der lyrischen Form entwickelt die Autorin eine starke, eigenständige poetische Ader. Die Prosatexte sind mehr als prosaische Lyrik zu verstehen, oftmals in Bilder gebettet, mit Augenmerk auf Worte und Sprache, weniger bzw. kaum auf das Erzählerische gerichtet.
  In den Texten steckt eine immerwährende Bewegung, die Bewegung der/des Suchenden nach dem Sinn, dem Ich, den inneren Abgründen, dem Feuer, das in uns brennt.
  Und gerade da greift die Lyrik Daniela Hättichs ins Volle wie das Gedicht „atemlos“ eindrucksvoll wiedergibt:
  „sanfte blitze aus deinen augen / flimmern mit den herbststrahlen / funken über den see über die haut / tobt der wind entreißt mir die kleider / schutzlos in flammen / stehe ich atemlos vor dir“.
  In diesem Buch gilt es Gedichte zu entdecken, für alle, die gerne Lyrik lesen oder entdecken wollen, denn die Autorin legt etwas vor, das quasi im letzten Jahrhundert im deutschsprachigen Raum rar geworden ist: Sie schreibt schöne und wortgewandte Gedichte. Deshalb wünsche ich dem Buch und der Autorin viele LeserInnen und stelle den Schluss des Gedichts „kassandra“ ans Ende dieser Zeilen:
  „... / wer beim namen nennt / wird lebendig begraben / schlägt die macht wie einst / dem bewußtsein die zähne aus“.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.