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Hugo Wiener
Ein Grund zum Feiern
(1983)

Ullstein
1993
286 Seiten
DM 9,90


Von Alfred Ohswald am 07.09.1999

  Im ersten Teil des Buches finden sich Satiren, die das Zusammenleben des Autors mit seiner Frau humoristisch kommentieren. Im zweiten Teil sind einige aus der Feder Hugo Wieners stammende Episoden der Fernsehserie "Ein verrücktes Paar" (mit Harald Juhnke und Grit Böttcher) nachzulesen.
  Die verwendete große Schrift und der relativ geringe Umfang des Buches sind zwar kein Ruhmesblatt für den Verlag, aber der Preis ist ja auch ziemlich fair.
  Hugo Wieners Satiren gehören zum Besten, was dieses Fach zu bieten hat. Er behandelt die selben Themen wie sein berühmterer Kollege Kishon, nur deftiger und knapper und meiner Meinung mit mehr Witz.
  Eine seiner Liebligsszenen ist der konfliktreiche Erklärungsversuch eines Sachverhaltes durch einen sogenannten "Obergescheiten" (Besserwisser) gegenüber den dann für Wortspiele, Mißverständnisse und den Anderen an den Rand des Wahnsinns treibende Fragen zuständigen "Dummen". Diese sogenannten Doppelconférencen haben schon so manche Kabarettisten berühmt gemacht.
 
 Leseproben:
  "Die Ehe ist eine einmalige Institution. Gäbe es keine Ehe, wäre man gezwungen, mit fremden Leuten zu streiten."
 
 Spielt in einem kleinen Wiener Kaffeehaus.
 Tisch, Stühle, Kleiderständer usw.
 LEUBUSCH (sitzt bei Aufgehen des Vorhanges auf der Bühne und ruft ungeduldig): Josef! ... Josef! ... Eine Bedienung ist das!
 JOSEF (kommt): Bin schon da, Herr Leubusch ..
 LEUBUSCH: Schon da! Wissen Sie, wie oft ich sie gerufen habe? Viermal!
 JOSEF: Entschuldigen Sie, Herr Leubusch - ich hab´s nur dreimal gehört. Was darf ich Ihnen bringen?
 LEUBUSCH: Ich wünsche einen Kaffee ... schön braun, nicht zu licht, nicht zu dunkel -
 JOSEF (will gehen)
 LEUBUSCH: Wo laufen Sie hin?
 JOSEF: Zum Anstreicher - ein paar Farbmuster holen.
 LEUBUSCH (wütend): Frechheit! (setzt fort) Ferner möchte ich eine Semmel - resch, aber nicht zu resch - und Zahnstocher.
 JOSEF: Und die Zahnstocher in welchem Stil? Rokoko, Empire oder Biedermeier?
 LEUBUSCH (schreit): Gehen Sie schon!
 JOSEF: Werden Herr Leubusch heute nicht Domino spielen?
 LEUBUSCH: Mit wem?
 JOSEF: Mit dem Herrn Mittermaier. Er ist im Spielzimmer.
 LEUBUSCH: Mit dem spiele ich nicht mehr - der ist mir zu kurzsichtig. Der hat vorgestern ein Stück Würfelzucker angesetzt und hat den Dopplblaß in den Kaffee geworfen.
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