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Uwe Dick
Des Blickes Tagnacht
Gedichte 1969 – 2001. Mit einem Essay von Gerald Stieg

Residenz Verlag
2002
298 Seiten
€ 24,90


Von Rudolf Kraus am 28.04.2003

  „Gedichte gehen nicht!“ / nölt der Buchhändler. / „Ja“, sag ich. „sie fliegen.“
  In dieser unverwechselbaren Weise eröffnet Uwe Dick das Kapitel „Reisenoten“ aus dem umfangreichen Band „Des Blickes Tagnacht“, der anlässlich des 60. Geburtstags des Autors bei Residenz erschienen ist. Anders als ursprünglich geplant enthält der Band nicht die gesammelten Gedichte, sondern eine Auswahl des Dichters aus 33 Jahren ohne die frühen Gedichte von 1967 und 1968.
  Der kontroverse Uwe Dick, eine unangepasste Persönlichkeit des deutschen Literaturbetriebs, verstreute seine vielschichtigen Gedichte über Zeitschriften und kleinverlegerische Publikationen. Anders als in seinen Biodramen und der „Sauwaldprosa“ entpuppt er sich hier als freier Wächter des Wortes, als Humorist und Kabarettist, als Romantiker der Realität und als skurriler Unterhalter. Schon manchmal wurde er mit Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz verglichen und diesen Vergleich muss er nicht scheuen, denn da dichtet sich einer akrobatisch-satirisch Worte von der Seele, setzt blitzschnell einen Gedanken auf den anderen und bleibt sich dabei immer treu. Eine wahre Seltenheit im deutschsprachigen Literaturbetrieb.
  So gilt es zu hoffen, dass Uwe Dick mit „Des Blickes Tagnacht“ nicht nur die Schreibtische der Literaturkritiker und –wissenschaftler belegt, sondern auch in den Bücherregalen der Normalsterblichen Platz findet. Demzufolge folgt an dieser Stelle die letzte Strophe von „Die Augen schließend, sehe ich“, quasi selbstredend:
  „Die Totenkäfer ziehn vom Gräberfeld. / Sie stellen ihre Schaufeln ein. / „Bis morgen!“ sagen sie. / Und Zähne knirschen / unter ihren Schritten.“

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