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Michael Stavaric
Tagwerk. Landnahme. Ungelenk.

Guilty & Red-Verlag
2002
€ 15,-


Von Rudolf Kraus am 28.04.2003

  Michael Stavaric, gebürtiger Brünner und Kulturreferent des tschechischen Botschafters in Wien, legt mit “Tagwerk. Landnahme. Ungelenk“ seinen zweiten Gedichtband vor, den er mit BoD produziert hat.
  Die relativ kurzen Texte sind zum Teil gekennzeichnet von einer phantasievollen, bilderreichen und poetischen Sprache. Im Gegensatz dazu stehen Gedankenlyrik und aphoristische Texte, die einen gewissen humoristischen Zug nicht vermissen lassen:
  „Drei Fliegen kämpfen um die Vorherrschaft / auf meinem Tellerrand. / MIT MIR SIND ES VIER.“
  Kurz, prägnant und unterhaltsam, das gilt für viele Texte in diesem Buch und das – am Rande erwähnt – ist im Bereich deutschsprachiger Lyrik schon eine Seltenheit, dass nicht unbedingt ein freier, ungezwungener Federschwung die lyrische Richtung bestimmt, sondern oft Betroffenheitsverse, holzige Nabelschaugedichte oder die tausendste Kopie einer schon irgendwo so ähnlich gehörten Naturlyrik das wahre Bild der zeitgenössischen, deutschsprachigen Lyrik verfälschen. Denn immer wieder sind spannende DichterInnen zu entdecken, zu denen man auch Michael Stavaric rechnen kann. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass seine Wurzeln in Tschechien liegen, wo einerseits – wie im gesamten slawischen Raum – die Lyrik bei weitem bedeutender ist als in der deutschsprachigen Literatur und andererseits Humor eine literarische Tradition hat.
  „Die Tschechen sind ein eigentümliches Volk. / Sie exportieren Dichter. Bier und Eishockey. / Skoda. Schade auch!“ schreibt Stavaric gegen Ende des Buches. Schade auch, dass es schwer im Buchhandel erhältlich ist (im Internet bei: http://www.libri.de) und keine Seitennummerierung hat.

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