Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Gerhard Haderer
Von Hunderln und Menschen

Ueberreuter
2003
40 Seiten
€ 14,95


Von Alfred Ohswald am 12.03.2003

  Im Gegensatz zu den zwei Vorgängern „Jörgi, der Drachentöter“ und den bei der katholischen Kirche Unmut auslösenden „Das Leben des Jesus“ wird in „Von Hunderln und Menschen“ keine durchgehende Geschichte erzählt. Es orientiert sich zwar auch an Comics, ist aber mehr in der Art einer Episodenerzählung gehalten.
  Ein großes, doppelseitiges Bild, eine Totalaufnahme mit den meist gleichen Figuren, wechselt sich immer mit einer Doppelseite ab, in der eine kurze Szene aus oder am Rand des großen Bilds in klassischen Comics-Strips (mehreren kleinen Bildern) gezeigt wird. Die doppelseitigen Bilder bilden sozusagen die Rahmenhandlung mit fortlaufender Handlung. Obwohl Handlung nicht recht zutrifft, es sind mehr Running Gags. Hier finden sich u.a. eine ständig von Grabschern belästigte junge Frau, die sich als sehr wehrhaft erweist, ein von immer mehr Polizisten verfolgter Bankräuber, der ständig auf Fußballersuche befindliche Hans Krankl (österreichischer Nationaltrainer) und die für den Titel mitverantwortliche Frau mit 5 kleinen Hunden.
  Im ersten Bild taucht auch Bundeskanzler Schüssel auf, der sich stolzgeschwellt einem Kaffeehaustisch mit zwei Damen nähert und sich vorstellt. Ihm ist die folgende Doppelseite gewidmet, wo er ziemlich verwirrt am Tisch der beiden nur mit sich selbst beschäftigten Damen sitzt und mit seinem Selbstlob ins Leere stößt. In weitern Zwischenspielen begegnet dem Leser noch Gusenbauer, George W. Bush als Countrysänger, Karl Habsburg, Pierre Brice als Winethou, Patrik Ortlieb u. A., sogar sein letztes Buch „Das Leben des Jesus“ parodiert Haderer am Rande.
  Die Stärken Haderers liegen bei den großformatigen Bildern mit ihren zahlreichen, versteckten Details. Dabei läuft er zur Hochform auf, obwohl er auch bei den Kurzepisoden nicht mit scharfen Spitzen spart. So skandalträchtig wie das vorhergehende Buch dürfte „Von Hunderln und Menschen“ nicht sein, aber das kam auch bei „Das Leben des Jesus“ ziemlich überraschend.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.