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Rebecca Gablé
Das zweite Königreich
(2000)

Lübbe
2002
879 Seiten
€ 9,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 12.03.2003

  Während einer Jagd treffen Cædmon of Helmsby und sein Bruder auf ein an der englischen Küste marodierendes Wikingerschiff. Cædmon wird dabei von einem Pfeil verwundet und hinkt seitdem.
  Bei einem Besuch von Harold Godwinson, dem mächtigsten Mann Englands nach König Edward, bittet dieser Cædmons Vater um einen seiner Söhne als Übersetzer bei einem Besuch bei William, dem Herrscher der Normandie. Cædmon wird diese Aufgabe zugeteilt und er fährt mit Harold auf den Kontinent. William bringt Harold dazu, seinen Anspruch auf die englische Krone zu unterstützen, denn König Edward ist kinderlos. Aber Cædmon muss, neben einem Bruder Harolds, als Geißel in der Normandie bleiben. Er wird zum Ritter ausgebildet und wird bei den extrem harten Übungen sein Hinken los. Als Edward stirbt, bricht Harold seinen Eid und wird zum König von England gewählt. William baut eine Flotte und stellt ein Heer auf, um seinen Anspruch mit Gewalt durchzusetzen.
  In Nordengland landen die Dänen und Harold schlägt sie vernichtend. Aber kurz darauf landet William im Süden Englands und Harold marschiert ihm in Gewaltmärschen entgegen. Bei der Schlacht von Hastings treffen sie aufeinander und Harolds Heer wird geschlagen und auch er selbst fällt in der Schlacht.
  Cædmon findet sich mit dem Unabwendbaren ab und beschließt, die Versöhnung zwischen Engländern und dem jähzornigen William zu unterstützen. Doch diese Aufgabe stellt sich als sehr schwierig heraus, weil William auf Widerstand oft äußerst heftig reagiert. Jeder Aufstand wird brutal niedergeschlagen und der um Mäßigung bemühte Cædmon fällt immer wieder in Ungnade.
 
  Wie in ihrem ersten historischen Erfolgsroman „Das Lächeln der Fortuna“, spielt auch „Das zweite Königreich“ im mittelalterlichen England. Dieses Mal geht es um die Eroberung Englands durch William den Eroberer im 11. Jahrhundert.
  Wieder gerät ein Junge aus dem niederen Adel in die Turbulenzen der hohen Politik und muss häufig um sein Leben fürchten. Und natürlich gibt es wieder die große Liebe. Die in den historischen Hintergrund eingebaute, fiktive Figur ähnelt also in ziemlich jeder Beziehung dem Vorgänger.
  Rebecca Gablé hält sich, mit wenigen Ausnahmen, streng an die Erkenntnisse der Historiker. Trotzdem sind ihre Romane keineswegs trocken und weisen auch keinerlei Längen auf. Eher im Gegenteil, sind es richtige Schmöker, die man kaum aus der Hand legen will, sobald man sich reingelesen hat. Ihr profundes Hintergrundwissen über das englische Mittelalter drängt nirgends oberlehrerhaft in den Vordergrund.

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