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China Miéville
König Ratte
(King Rat, 1998)

Lübbe
2003
Übersetzt von Eva Bauche-Eppers
463 Seiten
€ 7,90 [D]


thalia.at
amazon.de

 

 

Von Alfred Ohswald am 08.03.2003

  Saul Garamond kommt abends von einem kurzen Urlaub zurück und schleicht sich heimlich in sein Zimmer, um einer Begegnung mit seinem Vater auszuweichen. In den letzten Jahren haben sie sich auseinander gelebt.
  Als er am nächsten Tag erwacht, wird er von der Polizei festgenommen. Sein Vater wurde ermordet und er ist der Hauptverdächtige. Während seiner ersten Nacht in der Zelle taucht ein seltsamer, mysteriöser Mann auf und bietet ihm an, ihn zu befreien. Tatsächlich gelingt es den mit übermenschlichen Fähigkeiten und Kräften ausgestatteten Mann, Saul aus der Zelle zu befreien und über die Dächer Londons zu verschwinden. Die Flucht endet in der Kanalisation Londons.
  Der mysteriöse Mann eröffnet Saul, dass er „King Rat“, der König der Ratten ist und sein Onkel. Sauls Mutter war seine Schwester und darum lauern auch in ihm die Fähigkeiten des Rattenkönigs. Als Saul sich zum ersten Mal überwindet und das verrottete Fressen der Ratten isst, bemerkt er das Erwachen dieser Kräfte.
  „King Rat“ hat einst die Führung über sein Volk verloren, als ein Flötenspieler in Hameln seine Anhänger in den Tod trieb. Seit dem plant er seine Rache an dem Flötenspieler. Doch dieser Flötenspieler verfügt über noch größere Kräfte und kann jedem Lebewesen seinen Willen mit Hilfe seiner Flöte aufzwingen. Nur Saul, halb Mensch, halb Ratte, kann er nicht auf diese Art beherrschen und darum soll er King Rats Geheimwaffe gegen den Flötenspieler sein. Doch King rat hat Saul nicht die ganze Wahrheit erzählt…
 
  Die Haupthandlung in Miévilles Fantasy-Roman basiert auf der Legende des Rattenfängers von Hameln. Er stellt hier den übermenschlichen Bösewicht dar, der fast unüberwindlich scheint.
  Den Hintergrund bildet die Stadt, hier London, und ihre eher unbekannten Seiten. Die Dächer und die Kanalisation, die Hinterhöfe und angelegenen Viertel sind der Raum, in dem sich die Protagonisten bewegen. Urbane Fantasy wäre wohl deshalb auch die passende Genrebezeichnung für den Roman. Eine wichtige Rolle spielt auch „Drum `n` Bass“, die Musik der städtischen Jugendlichen.
  All diese, teilweise denkbar unterschiedlichen Hintergründe und Themen verarbeitet Miéveille zu einem pulsierenden Roman voller ungewöhnlicher Ideen. Flüssig und ohne Längen, ist es ideales Lesefutter, spannend und abseits der meist üblichen Fantasy-Szenarien.
  Den großen Durchbruch schaffte Miéville zwar erst mit „Perdido Street Station“, für den er den Arthur C. Clarke Award bekam, aber auch sein Erstling ist absolut lesenswert.
 Webseite zum Buch:
 http://www.samtpfoten-geschichten@pferdefotos.de/html/samtpfoten.html

 

 

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