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Ian McDonald
ares express

Earthlight
2002
553 Seiten
£ 7.99 € 12,59 [D]


Von Till Westermayer am 25.02.2003

  Schon wieder ein Mars-Roman, der ebenfalls gegen Ende der 90er Jahre geschrieben wurde. Was auch immer diese kollektive Mars-Roman-Lawine ausgelöst hat, McDonalds Beitrag - der durchaus auch auf die roten, grünen, blauen, weißen und gelben Mars-Visionen Bezug nimmt - hat einen ganz eigenen Stil. Nicht unbedingt, weil der Roman aus der Perspektive von Sweetness Octave Glorious Honey-Bun Asiim Engineer 12th (8 M-Jahre) erzählt wird (auch /Moving Mars/ hat ähnliche Hauptfiguren, einiges erinnert auch an /Diamond Age/), auch nicht, weil McDonals gut darin ist, exotische Hintergründe nahtlos in die Normalität einzuflicken (wie schon aus „Chaga“ bekannt; nur dass der Hintergrund diesmal eher indisch-irisch ist), und auch nicht, weil die Sprache genial ist, sondern vielmehr, weil dieser Mars-Roman beständig mit den Grenzen des Genres spielt.
  Sweetness überlebt kritische Situationen, weil sie weiss, dass sie eine Geschichte ist. Natürlich passen fusionsgetriebene Hightech-Dampflokomotiven mit Kastensystemen (die Engineers und Stuards, ganz zu schweigen von den Passagieren) zu Magie, die augenzwinkernd mit Paralleluniversen, Quantenmanipulation und dergleichen mehr erklärt wird. Auch die Art und Weise, wie dieser Mars terraformt wurde, ist eher ungewöhnlich, kann aber leider an dieser Stelle nicht verraten werden.
  Obwohl also „ares express“ ständig auf den Umstand hinweist, dass es sich um einen Unterhaltungsroman handelt, der mit den üblichen Klischees gut umgehen kann (oder vielleicht auch gerade weil…), ist das Buch überaus unterhaltsam, hat eine äußerst bemerkenswerte Heldin mit einer bezaubernden Großmutter und schafft es vielleicht sogar wider Willen, eines Mars lebendig werden zu lassen, der sicher eins nicht ist: eine Zukunftsvision. Statt dessen werden haufenweise gute Ideen völlig unglaubwürdig und zugleich ziemlich amüsant aufeinandergestapelt und ergeben letztlich sowas wie Pop-Science-Fiction ohne Anspruch des Technikverliebten oder Hintergründigen.
 
  Ach so, die Handlung: Sweetness soll verheiratet werden, flieht von ihrer Heimat, der Jahrhunderte alten Fusionslok „St. Catherine of Tharsis“, kommt mit einer fliegenden Kathedrale in Kontakt und stellt kurz darauf fest, dass die Zukunft der Realität von ihr abhängt.

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