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Halina Poswiatowska
Immer wenn ich leben will
Gedichte über die Liebe und den Tod

Piper
2002
Übersetzt von Monika Cagliesi-Zenkteler
124 Seiten
€ 15,- [D] € 15,40 [A]


Von Rudolf Kraus am 17.02.2003

  Halina Poswiatowska veröffentlichte 1957 als 22jährige Dichterin ihren ersten Gedichtband in Polen und schaffte damit den literarischen Durchbruch. 1967, nur 10 Jahre später stirbt die talentierte Autorin, die seit ihrer Kindheit an einem schweren Herzfehler litt. Innerhalb von 10 Jahren erschienen in Polen mehrere Gedichtbände und ein autobiographischer Roman „Erzählung für einen Freund“, der 2000 erstmals auf deutsch bei Piper herausgegeben wurde.
  Die hier vorliegende Auswahl an Gedichten erscheint erstmals auf deutsch und wurde von Monika Cagliesi-Zenkeler übersetzt und initiiert.
  Einfühlsam und inständig, voller Leidenschaft und Lebenshunger legen diese Gedichte Zeugnis über den unmittelbaren Moment ab, dessen „In-Worte-kleiden“ die hohe Kunst der Poesie ist. Halina Poswiatowska gelingt das mit besonderer Intensität, sie kleidet diesen Augenblick nicht nur in mannigfarbige Metaphern, sondern öffnet auch noch andere Sinne:
  „dieser Kuß / roch wie ein aufgebissener Mohnstengel / rot rieselte er von den Lippen / dieser Kuß / erblühte / in der weichen Handmulde / als ich mich auf die Zehenspitzen stellte / er klang / im reifen Feld / doch ich / war nicht mehr da / verschwunden / in diesem goldenen Kuß“.
  Aus vielen dieser Texte wird Autobiographisches spürbar. Das Bewusstsein, dass das Leben nur von kurzer Dauer sein würde, kommt in einer Vielzahl der vorliegenden Gedichte heraus. Jeder Tag, jeder Augenblick ist derart kostbar und will gelebt sein. Wenn dann der Tod an die Türe klopft, war das Leben nicht vergebens. So könnte man die Botschaft Halina Poswiatowskas Gedichte über die Liebe und den Tod deuten.
  Jedenfalls ist dieses Buch eine lyrische Offenbarung und bezeichnend für die polnische Literaturlandschaft, die darüber keine Armut aufweist.

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