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Georges Simenon
Die Marie vom Hafen
(Le Marie du port, 1938)

Diogenes
2000
Übersetzt von Ursula Vogel
173 Seiten


Von Alfred Ohswald am 08.02.2003

  Maries Eltern sind gestorben und sie verdient sich ihren Lebensunterhalt als Kellnerin in dem Café ihres Heimatortes, dem kleinen Fischerdorf Port-en-Bessin. Ihre Schwester ist die Freundin des wohlhabenden Lokalbesitzers Chatelard im Nachbarort. Als er eines Tages in Port-en-Bessin auftaucht, kauft er aus einer Laune heraus ein Fischerboot. Danach besucht er das Café, wo Marie arbeitet und beginnt mit ihr zu flirten. Sie zeigt ihm aber die kalte Schulter und heizt sein Interesse damit noch mehr an, weil er gewohnt ist, zu bekommen was er will.
  Von nun an besucht er täglich das Café, ohne bei Marie von der Stelle zu kommen, bis er schließlich entnervt aufgibt. Er bleibt wieder mit Maries Schwester zu Hause, doch Marie will ihm nicht aus dem Kopf gehen. Darum bittet er Maries Schwester, sie soll Marie zu einem Besuch einladen. Aber dabei läuft alles anders, als von ihm geplant.
 
  Simenons Version der „widerspenstigen Zähmung“ zeichnet sich durch die genial eingefangene Atmosphäre des kleinen Fischerdorfs und die Charaktere aus. Der ruhige, wenig Aufregendes bietende Alltag und der einfache Menschenschlag sind überzeugend beschrieben.
  Maries Schwester und der in Marie verliebte junge Marcel sind typische Beispiele. Nur Marie und Chatelard tanzen etwas aus der Reihe. Beide wissen genau was sie wollen und zeichnen sich durch einen augesprochenen Dickschädel und eine ungewöhnliche Zielstrebigkeit aus.
  Der Roman bietet fast keine Handlung, Personen und Menschenschlag sind das zentrale Thema. Und dabei spielt Simenon hier sein ganzes Können aus. Wer Simenon einem abseits von Maigret kennen lernen will, liegt mit „Die Marie vom Hafen“ richtig.

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