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Anton Strukelj
Leben aus der Fülle des Glaubens

Styria
2002
367 Seiten
€ 29,-


Von Claudia Janka-Chapó am 21.01.2003

  Anton Strukelj, derzeit Professor für Dogmatik an der Universität Ljubljana, Slowenien, widmete als junger Theologe 1980 als einer der ersten Hans Urs von Balthasar eine Dissertation. Dafür wählte er Balthasars Theologie der christlichen Stände, die 1977 in dem Buch „Der christliche Stand“ festgeschrieben wurde. Hans Urs von Balthasar, der kurz vor der Erhebung in den Kardinalsstand 1988 verstorbene Schweizer Theologe und Übersetzer, schuf ein gigantisches Gesamtwerk, das in der letzten Zeit wieder zunehmend Beachtung findet.
 
  Mit der Arbeit zu diesem Buch, das in Slowenien bereits in der dritten Auflage vorliegt und nun auch im Grazer Styria Verlag auf deutsch erschienen ist, schafft Strukelj einen großartigen Zugang zu der theologischen wie spirituellen Sendung Balthasars. Das in sechs Kapitel gegliederte Werk behandelt zunächst die Theologie der christlichen Stände im Leben und Wirken des Basler Theologen. Das zweite Kapitel befasst sich mit den trinitarisch-christologischen und mariologisch-ekklesiologischen Grundlagen christlicher Stände. Im dritten Kapitel werden die beiden Lebensformen in der Kirche (Erwählungs- und Weltstand) beleuchtet. Der Erwählung, Berufung und Sendung als Grundlage jeden christlichen Lebens widmet der Autor das vierte Kapitel, wobei der ignatianischen Betrachtung des „Rufs“ bei Balthasar besonders viel Raum gegeben wird. Den Kern der Studie bildet das fünfte Kapitel, in dem die einzelnen Stände ausführlich dargestellt werden: der Priester- und Rätestand, der Laien- und Ehestand und schließlich die Weltgemeinschaften (häufig als „Säkularinstitute“ bezeichnet), von denen er 1945 selbst eine zusammen mit Adrienne von Speyr als „Johannes-gemeinschaft“ gegründet hat. Besondere Beachtung verdienen in diesem Teil des Buches die Überlegungen zu Priestertum und Zölibat, die äußerst unzeitgemäß und vielleicht gerade deshalb nicht weniger bedenkenswert erscheinen. Im abschließenden sechsten Kapitel werden realsymbolische Gestalten aufgezeigt, die sich gegenseitig ergänzen und so erst „Kirche“ ausmachen: Petrus-Johannes-Maria-Paulus.
 
  Das Buch schließt mit einer Zusammenfassung und einer ausführlichen Bibliographie zum Werk Balthasars sowie Adrienne von Speyrs. Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari hat das Vorwort verfasst.
 
  Durch das ganze Buch ziehen sich erfreulich viele Originalzitate Balthasars, wodurch man bei der Lektüre weniger den Eindruck hat, etwas „über“ den großen Theologen zu erfahren als vielmehr, ihm zu begegnen. Trotz der übersichtlichen Struktur, in die Strukelj die Gedanken Balthasars zur Ständefrage, den evangelischen Räten und dem Priestertum bringt, ist das Buch äußerst lebendig und wirkt keineswegs in ein starres Schema gepresst. Sehr schön wird in diesem Werk auch die Spiritualität der Priester und Orden sowie deren Verhältnis zu den Laien dargestellt.
 
  Ein insbesondere für Priester, Ordensleute und Mitglieder von Säkularinstituten und Erneuerungsbewegungen hochinteressantes Werk, das in umfassender Weise die Lehre des bedeutenden Theologen Hans Urs von Balthasar nahe bringt.

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