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Friedrich Strassegger
Goldsteins Geständnis

Bleicher
2002
317 Seiten
€ 22,70 [A]


Von Rudolf Kraus am 09.01.2003

  Dieser Romanerstling des gebürtigen Steirers Friedrich Strassegger, dessen kurzbiographische Angaben (Gerichtsberichterstatter einer Tageszeitung, Einstieg in das Steinmetzgewerbe, aktive Fluchthilfe für DDR-Bürger, lebt heute zurückgezogen in Spanien) mindestens genauso abenteuerlich klingen wie die Handlung des vorliegenden Buches, beruht auf Tatsachen, die dem Autor bei einer Fluchthilfe geschildert wurden.
  Es geht um die Lebensgeschichte des Daniel Goldstein alias Hermann Westermayer, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs als SS-Sturmscharführer im Konzentrationslager Belzec den jüdischen Häftling Daniel Goldstein ermordet, um seine Identität aufzunehmen. Dabei tritt er als einzig überlebender Nachfahre auch das Erbe der Goldsteins an und wandert mit einem beträchtlichen Vermögen in die USA aus. Dort gründet er eine Familie, wird aber nächtens in Alpträumen von den verstorbenen Goldstein-Familienmitgliedern heimgesucht. Nach dem tragischen Tod seiner Frau und seines Kindes, beschließt der falsche Daniel Goldstein nach Israel auszuwandern. Trotz mehrerer Anfangsschwierigkeit gelingt es ihm, auch in Israel Fuß zu fassen und seine falsche Identität zu wahren. Seine in den USA gegründete Firma kommt langsam auch in Israel in Schwung und Daniel Goldstein genießt sein Leben, bis ihn eines Tages die Vergangenheit in Form eines Briefes einholt. Er wird nach Zagreb beordert, wo ein vermeintlicher Erpresser ihn erwartet. Der Erpresser entpuppt sich als ehemaliger KZ-Häftling Zoran Petric, der nur zufällig der Todesliste entgangen ist, nun aber einer Giftspritze des ehemaligen SS-Sturmscharführers zum Opfer fällt. Im Rahmen eines Verkehrsunfalls wird aber Daniel Goldstein mit Leiche aufgegriffen und von der jugoslawischen Justiz verurteilt und inhaftiert. Mehr oder weniger durch Zufall kommen die Aufzeichnungen des ermordeten Zoran Petric ans Tageslicht und somit kommt spät aber doch die ganze Geschichte des Hermann Westermayer ans Tageslicht.
  Der Roman ist ungemein spannend erzählt, Dialogen folgen längere Schilderungen und immer wieder Blenden zurück oder nach vor, fast drehbuchartig. Die Geschichte selbst, die auf wahren Begebenheiten beruht, ist aber der stärkste Trumpf dieses Buches. Da zeigt sich wieder einmal, wie unglaublich die Wirklichkeit sein kann.

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