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E. A. Richter
Das leere Kuvert

Bibliothek der Provinz
2002
128 Seiten
€ 15,- [A]


Von Rudolf Kraus am 09.01.2003

  Gedichte sind im deutschsprachigen Raum eine zwar rege verfasste und publizierte Form, jedoch wird dieser Gattung hierzulande nicht die Beachtung geschenkt, die sie verdienen würde. Gemessen am anglikanischen, slawischen oder romanischen Sprachraum ist die Lyrik im deutschsprachigen Raum eine absolute Minderheitsangelegenheit, was ihre Bedeutung jedoch nicht schmälern soll.
  E. A. Richter ist ein Lyriker in erster Linie; sein vorliegender Gedichtband gibt Zeugnis davon, wie lebendig die deutschsprachige Lyrik ist und sein kann. Die Gedichte sind versfrei, erstrecken sich meist über mehrere Strophen und bieten nicht nur eine kräftige bilderreiche Sprache, sondern beinhalten auch etwas Erzählerisches, das sozusagen in heimatlichen Gefilden beginnt, sich schließlich in die Ferne – im vorliegendem Fall nach Paris – begibt , um sich am Ende des Bandes zu „verdünnen“.
  Gerade die Paris-Gedichte zeugen von einer poetischen Kraft, die offensichtlich von den Eindrücken dieser Stadt genährt wird: „auf einmal/völlig wunschlos, federleicht,/versöhnt mit der Dingwelt“.
  Bilder, Gefühle und Erfahrungen wechseln einander ab und dabei scheint die Abfolge der Gedichte bewusst gesetzt zu sein, denn spürbar verdeutlichen die fünf Kapitel auch eine gewisse Entwicklungsgeschichte. Manchmal ist der Tod eine Wegmarkierung, der im Leben neben der Liebe die stärksten Spuren hinterlässt. Und Spuren sollten auch E. A. Richters Gedichte hinterlassen, sei es durch vielgelesene Aufmerksamkeit oder die Wahrnehmung im Literaturbetrieb. Zu wünschen ist ihm beides.

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