Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Peter Henning
Giganten

Residenz Verlag
2002
143 Seiten
€ 14,90 [A]


Von Rudolf Kraus am 09.01.2003

  Der Titel des Buches „Giganten“ erinnert an den gleichnamigen Film mit James Dean und wenn man sich auf diese Geschichten einlässt, dann wird spürbar, dass dieser Vergleich nicht ganz zufällig ist.
  Die Giganten in der gleichnamigen Geschichte sind offensichtlich Patienten einer Krankenanstalt, die einen Obdachlosen beim Einbruch in die Küche überraschen. Ein Gemisch von Angst und Überlegenheit breitet sich bei den beiden aus, die den verletzten Landstreicher an einen Sessel fesseln und ihn in der plötzlich resultierenden Machtsituation mit Gewalt drohen. Die Spannung lässt keine Atempause zu und die Möglichkeit steht im Raum, dass die beiden Patienten zu allem fähig sind. Mit Feingefühl arbeitet Peter Henning ein Bild seiner Figuren aus, dass Einblick in Verhaltensweisen und seelischer Zweifel gewährt. Der Tod ist allgegenwärtig in diesen Geschichten, sei es an der Seite eines Paares, die am Höhepunkt ihres Lust eine männliche Leiche entdecken, oder im Falle jenes Sammlers, der diese Leidenschaft auch bei seinem Sohn entdeckt und dafür zum Mörder wird. Der Tod eines jungen Mannes, der einer bösartigen Mutprobe zum Opfer fällt, wird zur ewigen Belastung seines Freundes. Ein Zwillingsbruder terrorisiert seinen Bruder mit Selbstverletzungen, weil er den Tod des Vaters nicht begreifen kann und will.
  Peter Henning schreibt sich die Geschichten von der Seele, so vehement wirken sie. Er ist ein seltener Meister der Kurzgeschichte, ganz in der amerikanischen Tradition, was im deutschsprachigen mehr als selten ist.
  In einer wohlfeilen, rhythmischen Sprache zelebriert er seine Geschichten, die berührende Botschaften vermitteln. Es ist zwar nur ein frommer Wunsch, aber gerade dieses Buch würde sich den Status „Bestseller“ wahrlich verdienen.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.