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Rebecca Gablé
Jagdfieber / Das Florians-Prinzip
Zwei Romane in einem Band

Lübbe
2000
591 Seiten
€ 15,- [D]


Von Alfred Ohswald am 02.01.2003

  Mark Malecki ist Revisor einer renommierten Privatbank, zuständig für die Aufklärung von Ungereimtheiten innerhalb der Bank. Sein Privatleben liegt ziemlich im Argen, seine Frau hat sich von ihm getrennt und ihm sind seine beiden Kinder geblieben. In dieser Situation wird er zusammen mit seinem Kollegen und Freund Paul in eine Filiale in einem kleinen Städtchen in Bayern geschickt, die durch ungewöhnlich hohe Umsätze aufgefallen ist.
  Bald ist ihnen klar, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht, doch Beweise können sie keine finden. Die Angestellten in der Filiale verhalten sich abweisend und scheinen Angst vor ihrem Chef zu haben. Ja, die ganze Kleinstadt scheint unter dem Bann dieses Filialleiters Alwin Graf Brelau zu stehen. Aber der Zufall kommt ihnen zu Hilfe, sie entdecken auf dem Friedhof ein Grab mit dem Namen eines der Inhaber eines verdächtigen Kontos. Brelau scheint große Vermögen für Kunden an der Steuer vorbeizuschummeln.
 
 Das Florians-Prinzip
 
  Malecki verdient sich seinen Lebensunterhalt mittlerweile mit dem Reparieren von Motorrädern. Seine Freundin Sarah arbeitet bei einer Versicherung als Aufklärerin von Betrügereien. Dabei passiert ihr ein Fehler, sie hat einen Versicherungsfall gutgeheißen, der aller Wahrscheinlichkeit in einen Betrug endete. Als sie Malecki um Hilfe bittet, stattet der dem Versicherten einen Besuch ab, findet ihn aber erschossen vor. Sarah stellt selbst weitere Ermittlungen an und verschwindet plötzlich von der Bildfläche. Malecki erfährt von ihrem Vorgesetzten davon und beginnt mit der Suche.
  Er dringt in die Lagerhalle der Firma ein, bei der der Ermordete die Ware gekauft hatte und beobachtet dabei zwei Männer, die einen Dritten zusammenschlagen. Malecki greift ein und zusammen flüchten sie. Der Mann ist Journalist und Betrügereien mit Müllentsorgung auf der Spur. Gemeinsam suchen sie weiter nach der verschwundenen Sarah.
 
  Rebecca Gablé hat mit Malecki einen Krimihelden geschaffen, wie man ihn eher von einem männlichen Autor erwarten würde. Sie erzählt ihre beiden Romane sehr überzeugend aus seiner Perspektive, besonders bei seinem privaten Umfeld. Die Krimis selbst behandeln beide aktuelle Themen, Steuerhinterziehung der Erste und Müllentsorgungsbetrug der Zweite. Ihr Held wird dabei kräftig in die Mangel genommen und am Ende setzen sich doch die Mächtigen weitgehend durch oder kommen zum Großteil ungeschoren davon.
  Die Autorin ist mehr für ihre historischen Romane bekannt, hat hier aber zwei hervorragende Hard-Boiled-Krimis geschrieben. Action und Realismus halten sich gut die Waage und Langweilig wird es dank des ziemlich hohen Tempos und der geradlinig aber gekonnt konstruierten Handlung beim Lesen an keiner Stelle.

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