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Erich Feigl
Musil von Arabien
Vorkämpfer der islamischen Welt

Ullstein
1988
435 Seiten


Von Alfred Ohswald am 13.12.2002

  Der 1868 in Mähren geborene Alios Musil, zwölf Jahre älter als sein berühmter Cousin Robert Musil (Der Mann ohne Eigenschaften, Die Verwirrungen des Zögling Törleß usw.), wurde als Forscher und Kenner der arabischen Halbinsel berühmt. Noch einem Theologiestudium und der Priesterweihe 1891 bereiste er zum ersten Mal Palästina und Transjordanien und machte erste, bedeutende Entdeckungen in der Wüste. Weitere Reisen folgten und er erwarb sich Freundschaft und Respekt der Beduinen, besonders mit dem Stamm Ruala und seinem Fürsten an-Nuri. Mit seinem Begleiter Rudolf Thomasberger überwarf sich der menschlich nicht immer ganz einfache Musil aus eigner Schuld bei ihrer zweiten gemeinsamen Expedition unnötig. Eine weitere Eigenart war seine Sucht nach Titeln und Anerkennung. Gerade die ihm zustehende Anerkennung bekam er aber kaum. Steht er doch bis heute unberechtigterweise im Schatten von T. E. Lawrence (Lawrence von Arabien).
  Musil war Anhänger eines multinationalen, islamischen Osmanischen Reichs nach dem Vorbild Österreich-Ungarns. Kaiser Franz Josef selbst beauftragte ihn Ende 1914 und noch mal 1917 mit einer politischen Mission. Er sollte die arabischen Stämme von einem Aufstand gegen die Türken abbringen. Hier war er gegen die Briten und Lawrence nicht wirklich erfolgreich, obwohl er wirklich das Beste für die Araber wollte. Aber mit dem Geld und den Waffen der Briten konnte er nicht konkurrieren. Sowohl das Osmanische als auch das Habsburger Reich zerfielen zu seiner großen Endtäuschung.
  1920 wurde er, trotz Anfeindungen in dem jungen Staat Tschechoslowakei, Professor für orientalische Hilfswissenschaften und Arabisch an der Philosophischen Fakultät. Seine Bücher veröffentliche er allerdings in englischer Sprache in Amerika, wo er sich dann auch öfter aufhielt und bis heute mehr Anerkennung und Würdigung findet, als in Europa.

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