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Brigitt Albrecht
Wiener Blut
Jeschek und Jones

Argument Verlag
2002
278 Seiten
€ 9,90 [D]


Von Alfred Ohswal am 08.12.2002

  Martha hat sich von ihrem Freund Herbert getrennt und will sich noch ihre Sachen aus seiner Wohnung holen. Aber niemand rührt sich auf ihr Klopfen an seiner Wohnungstür. Sie bittet Herberts Nachbarn um Hilfe und der bemerkt, dass die Tür nicht versperrt ist. Gemeinsam betreten sie die Wohnung und finden Herbert ermordet im Schlafzimmer.
  Kommissar Jeschek ist mit den Ermittlungen beauftragt und kommt bald nach den ersten Befragungen zur Überzeugung, dass sie nicht die Täterin ist. Es fällt ihm jedoch auf, dass ihr Computer mit allen Datenträgern als Einziges gestohlen worden ist. Vor allem das Verschwinden der Datenträger macht ihn stutzig, weil sie kaum materiellen Wert besitzen.
  Überraschend taucht ihr Computer in einem zufällig von der Polizei gefundenen Lager einer Diebesbande auf. Und irgendjemand hat darauf eine Liste mit Telefonnummern angelegt. Die Polizisten können ihr Glück kaum fassen und bald ist die ganze Diebesbande gefasst. Doch es stellt sich heraus, dass unter ihnen nicht der Mörder ist. Einer von ihnen hat den Computer aus einem Auto gestohlen.
  Damit ist Jeschek wieder am Anfang. Gemeinsam mit Martha, zu der er sich zunehmend stärker hingezogen fühlt, sucht er in ihrem Bekannten- und Kundenkreis nach Personen, die an den Daten auf ihrem Computer interessiert sein könnten. Ihre sich anbahnende Beziehung wird durch seinen Job dabei auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.
 
  Die Handlung ist ein normaler Krimiplot als Hintergrund einer sich anbahnenden Beziehung. Diese Krimihandlung ist geradlinig und ohne übertriebene Irreführungen des Lesers. So wirkt es realistischer, als so mancher Krimi mit einer atemberaubenden Kehrwendung auf jeder zweiten Seite. Und spannend bleibt es trotzdem. Dabei ist die Frage, kriegen sich die Beiden oder nicht, natürlich der zweite Spannungsbogen.
  Besonders gut gelungen ist dabei die Figur der in England aufgewachsenen Martha, die immer wieder auf die Hürden und Eigenheiten der deutschen Sprache in Österreich stößt. Und die Autorin greift dabei nicht auf das schwere Geschütz des Dialekts zurück. Sie hat offensichtlich reichlich persönliche Erfahrungen damit und eine hervorragende Beobachtungsgabe. Wie sonst könnte man auf Feinheiten wie die Verwechslung zwischen „Einbuchten“ und „Einbuchtel“ kommen?
  Angenehm an dem Roman ist auch, dass sich Brigitt Albrecht weder endlos über Computerdetails auslässt und auch keine Bettszenen ausschlachtet, wie man es sonst so oft zu Lesen bekommt. So entstehen keine Längen und die Beziehungsgeschichte erdrückt nicht zu sehr den Krimi.

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