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Michael Reinartz (Hrsg.)
Gault Millau Guide Österreich 2003

Gault Millau
2002
488 Seiten
€ 29,- [A]


Von Johann F. Janka am 16.11.2002

  Von über 600 getesteten Restaurants gibt es im Gault-Millau Österreich Guide 2003 erstmals weniger Haubenlokale, obwohl über 50 neu dazugekommen sind.
 
  Zum einen nutzte die Redaktion des Gault-Millau die Gelegenheit eine Anzahl von Betrieben in der Ausgabe 2003 nicht mehr zu berücksichtigen, da diese, aus welchen Gründen auch immer, auf die ausgesandten Fragebögen, die der Erhebung von Betriebsurlauben, Zahlungsmöglichkeiten und Ruhetagen, etc. dienen, vermutlich aus Desinteresse nicht reagieren.
  Zum anderen bewirkte der überdurchschnittliche Wechsel von Küchenchefs, dass man die Bewertung für einzelne Betriebe aussetzte. Nicht zuletzt um den Lesern die eine oder andere (negative) Überraschung zu ersparen. Man hielt sich hier ganz an das Vorbild, den Gault Millau France.
 
  Nicht desto trotz lädt auch die neueste Ausgabe des Restaurantführers den Leser ein in den Rubriken „Aufsteiger 2003“ und „Unsere besten Restaurants 2003“. Anschließend an die Gault-Millau Promotionen für den „Koch des Jahres“, „Newcomer des Jahres“, „Ehrenpreis für Käsekultur“, „Café-Konditorei des Jahres – die goldene Kaffeebohne von Jacobs“, die „Goldene Kugel der Casino Austria“, den „Hotelier und Feinschmecker des Jahres“, sowie für „besondere Verdienste – typisch österreichische Küche“ etc. folgt ein A – Z der bewerteten Lokale in der Bundeshauptstadt Wien. Auf den folgenden beinahe 100 Seiten findet der Leser die ausführlichen Kommentare und Bewertungen zu den einzelnen Betrieben. Die nächsten 260 Seiten widmen sich den Restaurants der Bundesländer. Erwähnenswert und erfreulich ist die Erweiterung im Anhang „Südtirol“ die durch eine Kooperation mit dem italienischen Restaurantführer „Le Guide de l’Espresso“ möglich wurde. NEU im Gault-Millau 2003 ist die Vorstellung der interessanten „Region Istrien“ im Anhang „Unsere besten Restaurants in Istrien und an der Opatija Riviera“. Wie gewohnt folgen getestete Lokale in den Anhängen „Friaul, Julisch-Venetien“, und „Grenzgebiete Bayern, Baden Württemberg, Liechtenstein und Schweiz“.
 
  Unmittelbar vor der Auflistung der „Besten Weingüter 2003“, die den Gault-Millau Österreich 2003 abschließen, bietet der Lokal-Index von A – Z eine gute Komplettübersicht aller kommentierten Betriebe.
 
  Der Gault-Millau Österreich präsentiert in seiner Ausgabe 2003 erstmals weniger Haubenlokale.
  Im ersten Augenblick mag der Eindruck entstehen, dass die Redaktion nun etwas strengere Maßstäbe heranziehe. Beim zweiten Hinschauen aber wird klar, dass die Ansätze wie das Nichtberücksichtigen von Betrieben, die nicht auf die von GM versandten Informationsformulare reagieren, sowie das Aussetzen der Bewertung von Betrieben, infolge von überdurchschnittlichen Wechsel der Küchenchefs eine willkommene Durchforstung der österreichischen Gourmet-Branche darstellt.
  In Zeiten, in denen sich ausnahmslos alle Branchen verstärkt um ihre Kunden bemühen müssen, sollte die Gastronomie keine Ausnahme bilden. Verstärkte Anstrengungen um den Gast zufrieden zu stellen und das Bemühen mittels Kreativität und Engagement immer wieder Qualität zu halten und zu verbessern sowie Neues zu schaffen darf man getrost als Muss im Gastronomiebereich ansehen.
  Allein schon aus dieser Sicht der Dinge wird klar, dass der Restaurantführer an sich einen wichtigen und wesentlichen Beitrag zur kulinarischen Kultur eines Landes oder einer Region beiträgt. Nicht nur, dass er dem Gast umfangreiche Informationen zur Verfügung stellt und ihm die Möglichkeit der Auswahl einer Vielzahl von guten Restaurants bereitstellt, ist er viel mehr besonders auch für die Gastronomie überaus wertvoll und nicht mehr wegzudenken – hält er ihr doch Jahr für Jahr den Spiegel vor.
 
  In seiner gewohnt handlichen und überaus informativen Form führt der Restaurant-Guide durch das kulinarische Österreich. Ausführliche Kommentare und Testergebnisse geben dem Leser einen ausgezeichneten Eindruck der bewerteten Lokale.
  An die Darstellung der einzelnen Restaurants geht der Gault-Millau, wie gewohnt, mit klaren Worten und Feststellungen heran. Die Küche als Hauptkriterium für die Bewertung steht klarerweise nach wie vor im Mittelpunkt für der Vergabe von Auszeichnungen.
 So wird aus den Gault-Millau Beschreibungen nicht nur genau ersichtlich, ob die jeweilige Küche eines Betriebes besonders zu empfehlen ist, sondern jeder Kommentar übermittelt einen Gesamtseindruck des Lokals.
  Aufgetretene negative Nebensächlichkeiten wie z.B. störende niveaulose Hintergrundmusik, mangelhafte Weinberatung, anspruchslose Dessertkarten, unfreundliches Personal, chaotisches Service, etc. sind in den Kommentaren aber genauso festgehalten wie Verbesserungsvorschläge.
  Eindrücke über Ambiente, Flair, Service, Begrüßung und Verabschiedung, Kinderfreundlichkeit, etc. wie auch Hinweise auf Mindest- und Höchstpreise für Menüs und à la carte Speisen, Adressen, Telefon & Fax sowie Zahlungsmöglichkeiten, Ruhetage und Betriebsurlaube komplettieren das Bild jedes einzeln angeführten Lokals.
 
  Aus dieser Mischung aus Bewertung und Gesamteindruck lässt der Gault-Millau auch in seiner Ausgabe 2003 den Leser wieder tiefe Einblicke in die anerkannte österreichische Gourmet-Welt halten. Als Neuheit bietet er die Erweiterung des Südtirol Anhangs und die Neuaufnahme der „Region Istrien“, was ohne Zweifel eine weitere Bereicherung des Werkes darstellt. Übrigens soll eine, wenn auch kleine, Ausgabe Gault-Millau Südtirol in Vorbereitung sein.
  Im weiteren erwähnenswert sind zweifellos die Aus- bzw. Durchforstung der Betriebe, welche zu einem erstmaligen Rückgang der österreichischen Haubenlokale auf 410 zur Folge hatte (Vorjahr 437!) und die Justierungen an der Spitze der besten Hauben-Restaurants Österreichs.
 
  Die schon seit Jahren bewährte, überaus leichte Handhabung des Gault-Millau Guide Österreich zeichnet auch die neueste Ausgabe 2003 aus. Ein Griff und schon taucht der Leser in Österreichs (und angrenzenden Länder - siehe Anhang) geschätzte Gourmet-Welt ein. Mit dem Gault-Millau Restaurant Guide verfügt er über das ideale Nachschlagewerk über die heimische Küche und darüber hinaus über einen für Konsumenten wie auch Gastronomen gleich nützlichen und wichtigen Richtungsweiser der österreichischen Cuisine.

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