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Andreas Daams
Gebäck zum Ich

Copy-us Verlags GmbH
2002
120 Seiten
€ 12,80 [D]


Von Heiner Hemken am 13.11.2002

  `Gebäck zum Ich` lautet der Titel des neuen Buches von Andreas Daams. Es ist ein Buch aus der `edition anderswo` Reihe und 2001 von der copy-us Verlags GmbH veröffentlicht worden.
 
  Andreas Daams beglückt den Leser in diesem Buch mit zahlreichen Geschichten unterschiedlichster Art, die jedoch eines gemeinsam zu haben scheinen. Auch wenn die Geschichten nicht unterschiedlicher sein könnten, so ist auf einmal die Rede von einem sprechenden Krokodil, von einem betrunkenen Engel auf Abwegen oder einer Anekdotendisco, durchspannt sie alle ein merkwürdig anmutender und vom Autor geschickt gespannter Faden, welcher sich erst auf dem zweiten Blick erkennen lässt.
 
  Da ist zum einen der mysteriöse Literat L., welchen der Leser in vielen der Geschichten wiederfindet. Er stellt das Pendant zum erzählenden Autor dar und ist gleichzeitig eine divergierende Projektionsfläche für den Autor. Immer wieder versucht der Literat L. Einfluss auf die künstlerische Tätigkeit zu nehmen und ist letztlich doch nur Gefangener der Kreationen des Autors. Für den Leser ist der Literat L. ein immer wieder willkommener Grund, die erneute Auseinadersetzung eines Autors mit seinem fiktiven Antagonisten abzuwarten und letztlich ein sicheres Zeichen für die Gewissheit, der Autor selbst bestimmt den Ausgang der Geschichten.
 
  Geschickt spannt der Autor den Faden weiter und konfrontiert den Leser gleichzeitig mit
 mehreren immer wieder am Ausgang der Geschichten beteiligten Charakteren. Da ist Ferdinand, ein Freund des Autors, der Komponist K. oder der Politiker P. Obwohl sie alle aus der Feder des Autors stammen, stellen sie in den Geschichten den notwendigen Gegensatz zu der ständigen Auseinandersetzung zwischen dem Autor und dem Literaten L dar. Gleichzeitig sind alle aber auch amüsante, interessante und liebenswerte Charaktere, die den Geschichten ihre gewollte Individualität einhauchen.
 
  Ebenfalls immer wieder am Ausgang der Geschichte beteiligt ist Theodor, der dem Engel zu seinen Abwegen verhilft, zusammen mit dem Autor die Welt rettet oder betrunken nach einem geeigneten Schlusswort sucht. Er stellt in den Geschichten den guten Freund oder den ewigen Wegbegleiter des Autors dar.
 
  Die Geschichten selbst, ob nun `Chinesisches Reisfleisch, `Glück` oder `Künstlerpech` sind durch diese Anordnung der miteinander agierenden Charaktere nicht nur ein wirklicher Lesespaß sondern auch ein gewollter Spiegel der Sichtweise des Autors.
 
  Das Buch `Gebäck zum Ich` regt zum Nachdenken an, obwohl es auch ein Indiz dafür zu sein scheint, dass alles seinen gewohnt bekannten Gang nimmt. Es ist in jeder Buchhandlung erhältlich...

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