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Rebecca Gablé
Das Lächeln der Fortuna
(1997)

Lübbe
2002
1196 Seiten
€ 9,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 07.11.2002

  Der junge Robin ist Mitte des 14. Jahrhunderts zur Ausbildung in einem Kloster in England, als ihn eines Tages der Abt zu sich ruft und ihm vom Tod seines Vaters, des Earl of Warningham, berichtet. Er war mit dem „Schwarzen Prinzen“, dem Thronfolger Englands, im Krieg in Frankreich, wurde des Hochverrats beschuldigt und hat sich selbst gerichtet. Seine Güter wurden von der Krone annektiert und so steht Robin plötzlich ohne Rang und Besitz da. Der Abt bietet ihm an, im Kloster zu bleiben. Doch Robin flieht aus dem Kloster und macht sich auf den Weg zu den ehemaligen Lehen seiner Familie.
  In Warningham sucht er Arbeit und kann, wegen seines besonderen Talents beim Umgang mit Pferden, eine Stellung als Stallbursche bekommen. Bald erkennen ihn einige Leute und er bekommt manchmal Schwierigkeiten. Doch der neue Besitzer ist ihm wohlgesonnen, nur sein Sohn Mortimer hasst ihn zutiefst und sollte sein Leben lang sein unerbittlichster Feind bleiben.
  Auch der Stellvertreter des Aufsehers hasst ihn wegen eines Unrechts, dass sein Vater ihm einst angetan hat. Ein Streit mit ihm eskaliert und Robin ist gezwungen, sich aus dem Staub zu machen. Der neue Earl of Warningham hat ihm bei seinem Tod die Familienbibel, seines Vaters Schwert und etwas Geld hinterlassen. Damit macht er sich auf den Weg nach Frankreich, um als Ritter sein Glück zu versuchen. Er macht den Feldzug in Spanien mit, der, trotz einer gewonnenen Schlacht, wenig ruhmreich endet. Im Dienst des „Schwarzen Prinzen“ macht er ihn sich, wie einst sein Vater zum Gegner und nur das Eingreifen dessen Bruders, des Duke of Lancaster, sollte ihm das Leben retten. Fortan ist er dessen treuer Lehensmann durch alle Höhen und Tiefen der englischen Politik.
 
  Der Titel deutet es an, das Auf und Ab des Glücks ist die Prämisse dieses Romans. Der Held Robin ist treuer Gefolgsmann des Duke of Lancaster, dem die Autorin mehr Sympathie entgegenbringt, als die traditionelle Überlieferung. Gegen Ende des 100jährigen Krieges erringt sein Sohn Henry die englische Krone von Richard II. und begründet eine neue Dynastie als Heinrich III.
  Vor diesem Hintergrund wird die Hauptfigur von den Wechselfällen des Schicksals manchmal mit Glück und manchmal mit Unglück bedacht. Ungefähr 30 Jahre seines turbulenten Lebens erzählt Gablé den Lesern und es wird nie Langweilig. Der Wälzer mit seiner fast 1200 Seiten hat einen extrem hohen „Schmöker-Faktor“. Man kann es kaum aus der Hand legen, bevor man nicht die Leiden und Freuden der ans Herz gewachsenen Figuren bis zum Ende mitgemacht hat. Wer historische Romane und solche Wälzer gern liest, liegt mit „Das Lächeln der Fortuna“ goldrichtig.

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